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Gottes Reaktionen auf die Abweichungen des Menschen - Teil 2

von T. Austin-Sparks

Kapitel 6 - Das Zeugnis Jesu

Wir haben gesehen, dass am Ende des apostolischen Zeitalters und als das 1. christliche Jahrhundert seine Tore schloss, das Christentum sich vollständig verändert hatte. Es hatte seinen ersten, ursprünglichen Charakter und seine ursprüngliche Natur verloren. Und mit dem Hintergrund dieser Veränderung im Bewusstsein schrieb der Apostel diese Briefe an Timotheus, und versuchte, den Weg - den einzigen Weg, den Weg Gottes - aufzuzeigen, wie die Dinge Gottes rein bewahrt werden konnten, wie man ihren ursprünglichen Charakter erhalten konnte. In Gottes Vorstellung für das «Christentum» - ich benutze für den Augenblick diesen breiten Begriff - sollte alles vollständig geistlich sein; dies war die Absicht. Aber das, was sich da entwickelte, war ein System - formal, kirchlich, äußerlich, usw.; geordnet, regiert, arrangiert, und vom Menschen betrieben. Diese Briefe sind ein starker Appell zur Wiederherstellung und zur Erhaltung dieses vollständig geistlichen Charakters in jedem Bereich und jedem Aspekt des Lebens der Christlichen Gemeinschaft.

Nun, ich habe mit dem Begriff «Christentum» und «Christliche Gemeinschaft» ein großes Wort benutzt, und ich komme gleich dazu, was diese Dinge wirklich bedeuten - zumindest die richtigen Begriffe dafür - denn keiner der beiden wird im Neuen Testament gebraucht. Es gibt einen Begrifft für das, was sie bedeuten sollten, und dieser Begriff ist derjenige der «Gemeinde». Ich bitte euch, ein oder zwei Fragmente aus diesen Briefe zu betrachten, die diese Angelegenheit näher umschreiben.

«Wenn aber jemand seinem eigenen Haus nicht vorzustehen weiß, wie wird er für die Gemeinde Gottes sorgen?» (1. Tim. 3,5). Wir lassen den Kontext und seine unmittelbare Anwendung auf sich beruhn, und merken uns einfach, dass das, was als Gemeinde Gottes eingeführt wird, was als auf sie Bezug genommen wird, etwas sein muss, das allgemein bekannt und anerkannt sein musste, etwas, was man voraussetzen konnte. Es gibt so etwas wie die Gemeinde Gottes. Ferner: «Dies schreibe ich dir in der Hoffnung, recht bald zu dir zu kommen, damit du aber, falls sich mein Kommen verzögern sollte, weißt, wie man wandeln soll im Haus Gottes, welches die Gemeinde des lebendigen Gottes ist, der Pfeiler und die Grundfeste der Wahrheit.» (1. Tim. 3,14.15). Und schließlich: «Darum ertrage ich alles standhaft um der Auserwählten willen, damit auch sie die Errettung erlangen, die in Christus Jesus ist, mit ewiger Herrlichkeit» (2. Tim. 2,10).

Hier wird also, in beiden Briefen, die Aufmerksamkeit auf die GEMEINDE gelenkt. Was wir über den Wendepunkt in der christlichen Geschichte gesagt haben, diese Veränderung, die sich ereignet hatte, diese Abweichung vom ursprünglichen Charakter und der ursprünglichen Natur, war eine GEMEINDE-Angelegenheit. Es war nicht bloß das «Christentum bzw. die Christenheit», in diesem allgemeinen Sinne; es war nicht einfach so, dass gewisse Christen einen Verlust erlitten, dass bei einigen Gläubigen der Zustand eines geistlichen Niederganges eingesetzt hatte. Es war eine Gemeindeangelegenheit. Die Abweichung war die Abweichung der Gemeinde. Und so sind diese beiden Briefe wesentlich Gemeindebriefe; das wird für euch noch viel klarer, wenn ihr sie einfach durchlest.

Nun ist es vollkommen klar, dass aufgrund der Verse, die wir eben gelesen haben, der Apostel in mehr als einer Hinsicht von der Gemeinde geredet hat. Er sagte nicht zu Timotheus, er sei ein der Gemeinde in Ephesus, und er habe vom Apostel in Bezug auf diese Gemeinde eine große Verantwortung empfangen, gleichsam «Ephesus ist die Gemeinde des lebendigen Gottes». Er sagte nicht, irgend eine örtliche Gemeinde sei «DIE Gemeinde». Aber, um es anders herum zu sagen: Er sagte, DIE Gemeinde als ganze sollte in jeder örtlichen Gemeinde ihren Ausdruck finden, dass das, was im Sinne Gottes auf die ganze Gemeinde zutreffe, überall gelten sollte, wo immer sich ein örtlicher Ausdruck davon finde. Jede örtliche Gemeinde sollte eine Repräsentation DER Gemeinde als ganzer sein. Und dann bringt es der Apostel zu den Einzelnen herunter, zu den Einzelpersonen, und sagt im Grunde ganz klar: «Nun, jeder einzelne von euch kann zeigen, was die Gemeinde als ganze sein sollte, oder aber ihr könnt es sein lassen. Ihr seid nicht bloß individuelle Christen - ihr habt die Verantwortung für die ganze Gemeinde!»

Was ist die Gemeinde?

Diese Sache ist in Bezug auf das, womit wir uns beschäftigen, von großer Bedeutung - Gottes höchster Gedanke hinsichtlich der Gemeinde. WAS IST DIE GEMEINDE? Das ist die erste Frage. Ich denke, Paulus gibt uns mit einem ganz besonderen Begriff, den er benutzt, eine sehr klare Antwort: «Darum ertrage ich alles standhaft um der Auserwählten willen...» (2. Tim. 2,10). Wenn ihr den Kontext in Betracht zieht, werdet ihr sehen, dass Paulus es auf das zurückführt, was er hier «vor ewigen Zeiten» nennt. So ist die Gemeinde etwas, das «vor ewigen Zeit erwählt» wurde, etwas, das klar als auserwähltes Volk definiert wird, eine auserwählte Körperschaft, die ihre Wurzel in der vergangenen Ewigkeit hat, und die deshalb nicht historisch ist. Sie ist ewig, und darum ist sie auch geistlich. Wir können noch einen weiteren Vers erwähnen, der in diesem Zusammenhang relevant ist: «Er hat uns ja errettet und berufen mit einem heiligen Ruf, nicht aufgrund unserer Werke, sondern aufgrund seines eigenen Vorsatzes und der Gnade, die uns in Christus Jesus vor ewigen Zeiten gegeben wurde...» (2. Tim. 1,9). «Vorsatz... Gnade... uns vor ewigen Zeiten gegeben in Christus Jesus». Das allererste ist demnach dies, dass die Gemeinde im Sinne Gottes vollständig verschieden und über allem ist, was historisch ist - allem, das ist, das seinen Anfang, seine Entwicklung und seinen Verlauf in der Zeit genommen hat. Sie ist etwas, das seine Anfänge in der vergangenen Ewigkeit hat, und ihr Verlauf wird durch den Vorsatz bestimmt, der in der vergangenen Ewigkeit gefasst wurde. Sie wurde nicht durch den Menschen konstituiert, sie wurde auch durch keinerlei menschliche Anstrengung ins Dasein gerufen: Sie ist etwas, das durch den Heiligen Geist, den ewigen Geist, konstituiert wurde. Und, wie wir bereits früher festgestellt haben, ist das, was durch den Heiligen Geist konstituiert wurde, wesenhaft etwas Geistliches ist. «Was aus dem Geist geboren ist, das ist Geist».

Nun, wie wir gesehen haben, bezieht sich dies auf die neue Geburt des Einzelnen: der einzelne Christ wird grundsätzlich zu einem geistlichen Wesen durch das Werk des Heiligen Geistes. Und was auf den Einzelnen zutrifft, gilt auch für das Aggregat des Wiedergeborenen: Die Gemeinde ist etwas aus dem Heiligen Geist Geborenes, und darum ist auch sie etwas Geistliches. Das heißt nicht, dass sie etwas Abstraktes ist. Ich habe einmal jemanden in einer Versammlung beten hören, der die Bitte vorbrachte, die Botschaft möge doch nicht so «geistlich sein, dass sie verborgen bleibe und nicht manifest werde». Nun, wir wissen genau, was der Betreffende meinte, und wir stimmen auch völlig mit ihm überein; ich will ihn nicht korrigieren, wenn ich sage, dass es unmöglich ist, für etwas, das geistlich ist, nicht manifest zu werden. Kann der Heilige Geist, gegenwärtig, aktiv und lebendig sein, und niemand merkt es? Was geistlich ist, nicht nicht einfach abstrakt, unbestimmt; etwas Unberührbares in der Luft, wie ein Dampf oder eine Wolke. Was geistlich ist, ist ungeheuerlich, ist gewaltig; und als die Gemeinde wirklich ein geistlicher Leib war, da war sie - und das Wort lässt sich sehr wohl hier anwenden - ungeheuerlich!

Ich sprach zuvor von dem, was der Gemeinde widerfuhr, was sich genau zu dem Zeitpunkt anbahnte, als Paulus diese Briefe schrieb. Sie verursachte ihre eigene Gefangennahme und ihre eigene Hinrichtung, und es war die Ursache für vieles, wovon Paulus an Timotheus schrieb, er solle stark sein. Denn Timotheus selbst war mit Paulus verhaftet und gefangen genommen worden, später aber wurde er dann wieder frei gelassen. Paulus (oder der Verfasser des Hebräerbriefes) schrieb: «Ihr sollt wissen, dass unser Bruder Timotheus wieder auf freien Fuß gesetzt wurde» (Hebr. 13,23). Doch Timotheus wusste, was bevorstand. Er musste ermutigt werden, stark zu sein. Ich rede von dem, was die Gemeinde in jenen unaussprechlichen Verfolgungen, diabolischen und unbeschreiblichen Schreckenszeiten durchzumachen hatte, die für viele, viele Jahre andauerten, weil die römische Welt, das größte Imperium, das es je gegeben hat, entschlossen war, den Namen Jesu von Nazareth auszurotten, indem es den letzten Christen auf Erden liquidierte; und es schreckte vor nichts zurück, sei es menschlich oder unmenschlich, um dies zu erreichen. Und als es sein Bestes gegeben hatte, zerfiel das römische Imperium zu Asche, und die Gemeinde ging triumphierend und wachsend daraus hervor. Ja, alles was vom Heiligen Geist stammt, ist etwas Ungeheuerliches; nichts kann vor ihm bestehen. Geistlichkeit, wahre göttliche Geistlichkeit - was aus dem Geist geboren, vom Geist erfüllt und vom Geist beherrscht wird - ist nichts Abstraktes: Es ist eine mächtige Kraft in diesem Universum.

Die Gemeinde, ein geistliches Volk

So besteht also die Gemeinde gemäß der göttlichen Vorstellung wesentlich aus einem geistlichen Volk, ja, sie ist ein geistliches Volk, und wir müssen irgendwie an den Punkt gelangen, dass wir sie sehen, wie Gott und der Himmel sie sieht. Und das bedeutet, dass wir eine gewaltige Anpassung vornehmen müssen. Und dabei besteht unsere praktische Schwierigkeit darin: In der apostolischen Zeit war es sehr einfach, die Gemeinde als eine Einheit zu sehen. Obwohl sie durch zahlreiche örtliche Gemeinschaften überall im römischen Weltreich dargestellt wurde, so war sie doch eine einzige Einheit: sie war noch nicht aufgeteilt in die «-isten», in die «-er» und «-aner», die «-iken», die «-ismen» und all die andern Bezeichnungen, die wir heute kennen. Wenn ihr heute mit christlichen Leuten sprecht, dann fragen sie euch sehr schnell, ob ihr ein «-ist», oder ein «-ik», ein «-er» oder ein «-aner» seid, und sie sagen, sie seien ein ...«-ist». Ah, nichts dergleichen gab es in der Gemeinde in den Tagen der Apostel. Welche Unterschiede auch immer örtlich zwischen dem Volk Gottes bestanden haben mochten, so war die Gemeinde als Ganze doch eine Einheit, sie wurde überall durch geistliche Bande und geistliche Dienste zusammen gehalten, ohne zentrale oder sektionale Leitung mit einander verbundener Körperschaften. Sie war ganz einfach eins, überall. Wenn ihr von einer Provinz zur andern gingt, und Christen an jedem Ort besuchtet, dann wäre es niemandem in den Sinn gekommen, euch zu fragen, ob ihr ein «-ist», ein «-ander» oder ein «-ik» seid - ob ihr zu einer besonderen Gruppe gehört, die sich durch einen besonderen Namen auszeichnet. Nein, ihr wart ein Christ - das genügte. Ihr gehörtet zum Herrn - das genügte.

Doch mit dem Abschluss des apostolischen Zeitalters veränderten sich die Dinge - sie veränderten sich zu dem, was wir heute vorfinden. Eine völlig irrtümliche und falsche Mentalität hat sich rund um das Wort «Gemeinde/Kirche» gebildet. Die meisten Menschen denken heute, wenn dieses Wort ausgesprochen wird, an eines dieser Dinge mit einer speziellen Bezeichnung, oder an einen bestimmten Ort oder an ein Gebäude - eine «Kirche» - und diese Mentalität ist allgemein verbreitet. Lasst uns hier ganz klar sein: Die Wiederherstellung des Originals erfordert eine Abwendung von dieser Mentalität. Bitte versteht mich nicht falsch: Damit sage ich nicht, ihr müsstet aus diesem oder jenem oder etwas anderem heraus kommen - ich sage vielmehr, dass ihr aus einer MENTALITÄT heraus kommen müsst. Wir müssen uns absolut von dieser irdischen Mentalität hinsichtlich der Gemeinde emanzipieren und den himmlischen Standpunkt einnehmen; wir müssen sehen, was die Gemeinde wirklich ist, so wie Gott sie sieht und wie der Himmel sie sieht. Wir müssen von der Verwirrung frei werden, die durch die historische Institution entstanden ist, die «Kirche» genannt wird.

Was ist die Gemeinde vom himmlischen Standpunkt aus? Der Himmel betrachtet die Sache nicht im Licht dieser Titel, dieser Unterteilungen, dieser Departemente, dieser Körperschaften, dieser Trennungen; sie betrachtet sie überhaupt nicht auf diese Weise. Der Himmel ignoriert das alles, und hält Ausschau nach Gliedern von Christus, nach wiedergeborenen Kindern Gottes, nach einem geistlichen Volk, aufgrund ihrer Konstitution durch die Neugeburt und die Innewohnung des Heiligen Geistes. Und wo immer der Himmel solche erblickt - sei es in einem «-ismus», einem «-ik», einem «-aner» oder irgend etwas anderem - das ist die Gemeinde, und ihr und ich, wir müssen uns dem anpassen. EINE VERSAMMLUNG (congregation) ist nicht die Gemeinde, aber INNERHALB einer Versammlung kann die Gemeinde schon nur durch zwei Menschen dargestellt werden. Aus 100 Leuten, die sich als Gemeinde versammelt haben, mögen 98 unerrettete Leute sein, obwohl sie Mitglieder und Kommunikanten und der ganze Rest sind, und nur zwei von ihnen mögen wiedergeboren sein. Diese zwei sind die Gemeinde, die andern aber sind sie nicht! Das ist es, was die Gemeinde ausmacht. Sie ist durch den Heiligen Geist entstanden, der geistlich zubereitete Menschen zur neuen Geburt bringt.

Ich sagte, der Himmel ignoriere das andere. In einem gewissen Sinne ist das wahr, doch in einem andern Sinne ist es vielleicht auch nicht wahr, weil der Himmel das andere als etwas Falsches beurteilen wird. In einem bestimmten Sinne jedoch ignoriert es der Himmel, und ich sage dies, weil es etwas ist, das ihr und ich, das wir tun müssen: sich mit Leuten zu treffen - ganz gleich, worin sie sich gerade befinden; vielleicht stimmt ihr nicht damit überein, vielleicht findet ihr es sogar falsch; ihr müsst das ignorieren - und ihr müsst euch mit den Leuten auf dem Grund Christi treffen, ihr müsst euch mit ihnen abgeben, soweit ihr das nur könnt, einzig auf dem Grund, dass sie zum Herrn gehören. Die einzige Frage, die noch übrig bleibt, muss lauten: «Gehört ihr zum Herrn? Seid ihr wiedergeboren?» Damit hat sich's. Und dann, wenn sie sagen: «Ich bin ein so-und-so-ist: was seid ihr?», müssen wir antworten: «Das spielt keine Rolle; reden wir nicht davon. Wir gehören zum Herrn: wir wollen uns damit zufrieden geben». Solange wir das nicht fertig bringen, dann bleiben wir im Griff einer leblosen Sache gefangen, die ihre geistliche Kraft verloren hat - weil sie ihre wahre Identität, ihre wahre Natur, verloren hat, die GEISTLICH ist. Ja, wir müssen uns auf die Seite des himmlischen Standpunktes stellen. Ich gebe euch wirklich nur den Brief an Ephesus wider! So wird die Sache im Himmel betrachtet.

Wozu existiert die Gemeinde?

Nun, das ist die Antwort, sehr unangemessen zwar, sehr kurz, auf die Frage: Was ist die Gemeinde? Die zweite Frage lautet: Wozu existiert die Gemeinde? Wir finden die Antwort hier durch Paulus, nicht wahr, gerade in den Worten, die wir soeben gelesen haben: «...wie man wandeln soll im Haus Gottes, welches die Gemeinde des lebendigen Gottes ist, die Säule und die Grundfeste der Wahrheit» - und hier sollte kein voller Punkt folgen, nur ein Komma, um Atem zu schöpfen - «Und anerkannt groß ist das Geheimnis der Gottseligkeit: Gott ist geoffenbart worden im Fleisch, gerechtfertigt im Geist, gesehen von den Engeln, verkündigt unter den Heiden, geglaubt in der Welt, aufgenommen in die Herrlichkeit» (1. Tim. 3,15.16). Das ist das Depot (der Wahrheit) in der Gemeinde; das ist das Zeugnis von Jesus. Dafür existiert die Gemeinde. Es ist das, worauf sich der Apostel mehr als einmal bezieht, wie ihr feststellt, wenn er sagt: «O Timotheus, bewahre das dir anvertraute Gut»... (1. Tim. 6,20; 2. Tim. 1,14). «O Timotheus, bewahre das Depot, das anvertraute Gut...» Die Gemeinde ist der Aufbewahrungsort des Zeugnisses Jesu.

Was ist das Zeugnis Jesu? Natürlich finden wir ein paar Aussagen diesbezüglich hier, in dem eben gelesenen Abschnitt. Doch ich werde nicht die verschiedenen Wendungen aufgreifen, weil ich mich im Augenblick mit christlicher Lehre befasse, noch mit der Lehre von der Gemeinde. Ich beschäftige mich mit der Gemeinde selbst. Doch lenke ich eure Aufmerksamkeit jetzt auf das Buch der Offenbarung, denn, wie wir im letzten Kapitel gesagt haben, die Schriften von Johannes, die geschrieben wurden, nachdem Paulus seine Arbeit beendet und in die Herrlichkeit eingegangen war, sich auf die volle Entwicklung dieser Dinge konzentrieren, deren Anfänge Paulus noch miterlebt hatte. Das Buch der Offenbarung passt ganz besonders auf diesen Zustand der geistlichen Abweichung und des Niedergangs, und ihr könnt feststellen, dass das alles beherrschende Thema des ganzen Buches dieser eine Satz ist: «das Zeugnis Jesu».

Johannes sagte, er befinde sich auf der Insel namens Patmos «um des Wortes Gottes und des Zeugnisses Jesu willen» (Offenb. 1,9). Doch gibt es eine göttliche Souveränität über dem römischen Imperium, über den Verfolgern und über dem, der ihn nach Patmos gesandt hat - eine göttliche Souveränität, die sagt: «Richtig, das ist es, wofür ich dich hierher gebracht habe! Sie schickten dich, aber ich habe dich gebracht. Es ist nicht ihre Souveränität, die dich hierher versetzt hat; es ist Meine. Ich habe der Gemeinde etwas zu sagen, und ich habe dir eine stille Zeit verschafft, um es für mich zu sagen». «Ich war auf der Insel namens Patmos - weil mich das römische Imperium hierher sandte? Weil mich der römische Kaiser hierher gesandt hat? Weil mich die Verfolger erwischt und mich hierher geschickt haben?» Kein bisschen davon! «Ich war auf der Insel namens Patmos... um des Zeugnisses Jesu willen». Nun, das war vielleicht deshalb so gekommen, weil er für das Zeugnis Jesu Stellung bezogen hatte: Aber es ist doch sehr beeindruckend, nicht wahr, dass diese Wendung durch das ganze Buch hindurchgeht, und wenn wir weitergehen, für etwas gehalten wird, wodurch der Herr sein Urteil sprechen wird, zunächst einmal über die Gemeinden, dann aber, stellvertretend, über die Gemeinde als Ganze. Und nachdem er mit der Gemeinde auf der Grundlage des Zeugnisses Jesu verfahren ist, geht er weiter und befasst sich mit den Nationen, und schließlich mit dem Teufel selbst und mit dessen Königreich. Alles bezieht sich auf das Zeugnis von Jesus.

Die lebendige Gegenwart Jesu

Was ist das? Nun, das Zeugnis Jesu wird uns symbolisch gleich am Anfang des Buches präsentiert, und zwar mit der Erklärung - wir lassen den Symbolismus für den Augenblick weg - die der Herr selber abgab: «Ich bin der Lebendige... ich war tot, doch siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit, und ich habe die Schlüssel zum Tod und zum Hades. Schreibe daher...» Was ist das Zeugnis Jesu? Die gegenwärtige, lebendige Person Jesu Christi in der Kraft des Heiligen Geistes. Damit beginnt es: die lebendige Person Jesu. Nicht der historische Jesus von Palästina, Jahrhunderte zurück - nein, genau der heute, hier und jetzt lebende Jesus, manifestiert, demonstriert, als lebendig erwiesen in der Kraft des Heiligen Geistes. Gehen wir da nicht zu weit? Nun, warum wird dann, wenn die sieben Gemeinden in Asia angesprochen werden, siebenmal wiederholt: «Wer ein Ohr hat, höre, was der Geist den Gemeinden sagt»? Der Heilige Geist hat diese Sache in der Hand. Der Heilige Geist fordert heraus - nicht im Blick auf ein Glaubensbekenntnis, oder eine Lehre als solche, sondern in Bezug auf die Manifestation des lebendigen Christus, hier, und da, und dort. Das Zeugnis Jesu, ob es nun in Ephesus, in Smyrna, oder Pergamos oder an einem andern Ort ist, ist ganz einfach dies: dass der Ort, wo sich diese Gemeinde befindet - das Dorf, die Stadt, die Provinz - in der Kraft des Heiligen Geistes erfahren soll, dass Jesus lebendig ist! Damit beginnt es. Durch ihre bloße Gegenwart, durch ihre bloße Existenz, durch ihr Leben dort an diesem Ort, sollen die Leute das eine wissen: dass sie Jesus nicht losgeworden sind. Sie haben ihn nicht aus dieser Welt hinausschaffen können - Er ist hier, lebendig!

Es ist sehr einfach, aber genau dafür ist die Gemeinde schließlich da. Der grundlegende Zweck für die Gemeinde besteht in erster Linie darin, die Welt wissen zu lassen, dass Jesus lebendig ist, nicht nur, indem sie eine lehrmäßige Tatsache proklamiert, sondern indem sie in der Kraft seiner Auferstehung lebt. In einigen Ländern gibt es Zeiten, da die Gemeinde nicht imstande ist, zu predigen oder die Wahrheit von Christus zu verkündigen, aber das ist nicht das Ende ihrer Kraft. Auch wenn ihr der Mund verschlossen wird, kann sie dennoch bekannt machen, dass Jesus lebt. Ja, das Zeugnis Jesu ist: «Ich bin der LEBENDIGE...»; «die Gemeinde des LEBENDIGEN Gottes, die Säule und Grundfeste der Wahrheit...»; aber es ist mehr - es ist der lebendige Sieg Christi in der Kraft des Heiligen Geistes. «Ich war tot, doch siehe, ich bin lebendig...» um nie wieder zu sterben. «Ich habe absolut über den Tod und über alles, was dazu Anlass gibt - Tod, Sünde - in der Kraft des Heiligen Geistes triumphiert. Das ist das Zeugnis Jesu: Sein lebendiger Sieg, dort gegenwärtig, wo die Christen sind.

Meint ihr vielleicht, das alles sei sehr wunderbar und herrlich, aber ob es auch praktisch ist? Hört zu! Es ist so praktisch, dass wenn ihr ein lebendiges Glied von Christus seid, und wenn ihr zu einer Gruppe von Gläubigen, von wiedergeborenen Gläubigen gehört, durch den Heiligen Geist auf dieser wahrhaft geistlichen Basis hervorgebracht, ihr zweifellos in Situationen und Umstände gebracht, wo euch nur die Auferstehungskraft Jesu Christi hindurch tragen wird! Schon nur euer Überleben wird es nötig machen, dass ihr die Kraft seiner Auferstehung kennt. Für einzelne Gläubige ist von Zeit zu Zeit, und für örtliche Gruppen des Volkes Gottes genauso wie für die universelle Gemeinde (wie sie in jenen Tagen bestand, wie ich es erwähnt habe) das Überleben ein Zeugnis für die Tatsache, dass der Tod hier keinen Platz hat. Der Tod kann das nicht verschlingen - je, der Tod selbst wurde verschlungen in den Sieg! Welch herrliche Gewissheit ist das doch! Was für ein Grund für unser Vertrauen! Was für eine Ermutigung! Manchmal geraten wir in Zeiten, wo es aussieht, als sei das Ende gekommen, als würden wir nicht überleben und durchkommen. Aber glaubt das niemals! Nicht Menschen haben Jesus das Leben geraubt: Er legte es bewusst nieder, aus freiem Willen. «Diese Autorität», sagte er, «habe ich von meinem Vater empfangen». Auch bei Paulus war es nicht so, dass die Henkersaxt ihm außerhalb von Rom das Leben genommen hat. «Ich werde bereits geopfert, und die Zeit meines Hinschieds ist gekommen». Hier ist ein Mensch, der weiß, wann die Zeit des Herrn für ihn gekommen ist, um in die Herrlichkeit einzugehen: Gerade wird er geopfert, und er überliefert sich freiwillig selbst. Paulus sagte niemals: «Ich werde hingerichtet, sie werden mich töten»; er sagte vielmehr: «Ich werde als Opfer dargebracht».

Wenn wir, ihr und ich, auf der Basis dieses einen leben, der sagte: «Ich war tot, doch siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit» - wenn wir in der Kraft seiner Auferstehung leben, wird unser Ende von Gott , nicht von Menschen, beherrscht sein. Es wird geschehen, wenn der Herr sagt: «Es ist genug», und nicht, wenn die Umstände es diktieren. Gott kümmert sich darum, insofern es die Gemeinde betrifft. Und so, was immer die Welt tut, was immer Menschen tun, was immer der Teufel mit der Gemeinde tut, lokal oder universal, wenn sie wirklich auf dieser Grundlage steht, dann kann sie nicht zunichte gemacht werden. Gamaliel ist unser Zeuge hier, nicht wahr? «Wenn es von Gott ist, dann lasst die Hände davon; es ist besser, ihr werdet nicht als solche erfunden, die gegen Gott kämpfen. Nehmt euch in Acht! Wenn es nicht von Gott ist, nun gut, dann wird es früher oder später im Sande verlaufen; doch wenn die Sache von Gott ist, dann könnt ihr nichts dagegen unternehmen...» (Apg. 5,34-39). Und dies von einem Nichtchristen! Ihr seht den springenden Punkt. Das ist die Gemeinde, welche das Zeugnis Jesu in Form eines Lebens verkörpern soll, das den Tod besiegt hat, welche die Verkörperung eines lebendigen Sieges ist in der Kraft des Heiligen Geistes.

Die Natur Christi zum Ausdruck bringen

Und dann soll sie auch der Ausdruck der lebendigen Natur und des Charakters Jesu im Heiligen Geist sein. Das ist eine viel zu große Sache, um sie hier vollständig in Betracht zu ziehen; wir können sie nur erwähnen. Denn sowohl in diesen beiden Briefen an Timotheus als auch in der Offenbarung ist viel von dieser Sache des Ausdrucks des Herrn Jesus in seinem Charakter die Rede. Der Niedergang ereignete sich auf einer Ebene des Charakters, es ging um eine Abweichung vom Ausdruck dessen, was Christus seiner Natur nach ist. Wir können niemals die Welt oder den Teufel und all seine Mächte überwinden, wenn derselbe Teufel einen Rückhalt in unserem Wesen gewonnen hat, wenn es da irgend etwas gibt, das in Form eines moralischen Versagens oder einer Delinquenz von ihm ist. In der Kraft desselben Heiligen Geistes sollen wir, ihr und ich, Christus beispielhaft darstellen - die Gemeinde muss Christus exemplarisch darstellen, zum Ausdruck bringen, was Christus ist; sie soll nicht bloß Tatsachen über Christus hinausposaunen, sondern die Verkörperung der Natur Christi sein.

Das ist der Grund, weshalb Johannes, der am Ende des apostolischen Zeitalters noch einmal auftritt, soviel über diese Sache der Liebe zu sagen hat. «Ihr kennt den Herrn nicht», sagt er, « wenn ihr den Bruder nicht liebt. Es hat keinen Sinn, wenn ihr sagt, ihr würdet den Herrn lieben, wenn ihr euren Bruder nicht liebt - das ist alles Unsinn». Mit andern Worten, es ist Heuchelei. «Wie kann ein Mensch Gott lieben, der er nicht gesehen hat, wenn er nicht einmal seinen Bruder liebt, den er doch sehen kann?» (1. Joh. 4,20). Das ist Johannes‘ Argument. Es ist eine Frage des «Wandelns im Licht, wie er im Licht ist» (Kapitel 1,7). Soviel von den Schriften des Johannes berührt diese Angelegenheit. Seht euch nur jene Briefe an die sieben Gemeinden an. Womit sie sich befassen, ist der Zustand, sind die Umstände, ist das verloren gegangene geistliche Leben, in dem Sinne, dass zum Ausdruck gebracht wird, was Christus seiner Natur nach ist. Das ist das Zeugnis Jesu. Das Zeugnis geht verloren, wenn wir, ihr und ich, nicht Christus gemäß leben. Es nützt nichts, wenn wir dann viele Worte machen und Behauptungen aufstellen: Diese müssen durch das konkretisiert werden, was wir sind, und was wir sind, muss dem entsprechen, das Christus ist. Die Gemeinde existiert zu diesem Zweck. Sie besteht nicht bloß aus einem Satz von Lehren, an denen festgehalten werden soll - obwohl die Lehre aufrecht erhalten werden muss. Sie besteht auch nicht aus einer Anzahl von Vorschriften, die eingehalten und wiederholt werden müssen, auch nicht aus einer Schar von Christen, die Versammlungen und Konferenzen abhalten. Sie soll eine Verkörperung Christi sein durch den Heiligen Geist.

Der Heilige Geist regiert vom Himmel her

Nun, kommen wir zurück auf die Frage des Wendepunktes, den wir früher erwähnt haben: Die Gemeinde, in der wir uns heute vorfinden, mit all ihren Abbrüchen und Trennungen, ihrer Aufsplitterung und so weiter, ist so verschieden von dem, was wir gerade beschrieben haben. Wie kommen wir darüber hinweg? Nun, es hängt ganz einfach davon ab, wo sich der Regierungssitz befindet, nicht wahr? Wie die Dinge heute liegen, so gibt es keine einheitliche Regierung der Gemeinde auf dieser Erde, nicht wahr? Wir lassen die Ansprüche Roms nicht gelten. Aber es trifft eben für keine Unterteilung zu, dass sich das Hauptquartier der Gemeinde an irgend einem bestimmten ORT (hier auf Erden) befindet. Das Hauptquartier DER GEMEINDE befindet sich im Himmel. DER Regierungssitz DER Gemeinde befindet sich im Himmel; er ist nirgendwo sonst. Und der Herr wird es nie zulassen, dass er irgendwo anders sein kann. Als Jerusalem damit anfing, den Charakter eines beherrschenden Hauptquartiers für die sich ausdehnende Gemeinde zu werden, zerstreute sie der Herr bis an die Enden der Erde. Kein Hauptquartier auf Erden! Das Hauptquartier ist im Himmel.

An diesem Punkt möchte ich euch nochmals ins Buch der Offenbarung entführen und bestimmte Abschnitte durchgehen, obwohl wir nicht viel bei jeder kommentieren wollen.

«Johannes an die sieben Gemeinden, die in Asien sind: Gnade sei mit euch und Friede von dem, der ist, der war und der kommt; und von den sieben Geistern, die vor seinem Throne sind...» (Offenb. 1,4).

«Dies sagt der, der die sieben Geister Gottes hat, und die sieben Sterne; Ich kennen deine Werke...» (3,1).

«Aus dem Thron gingen Blitze, Stimmen und Donner hervor. Und es waren sieben Lampen, die vor dem Thron brannten, welches die sieben Geister Gottes sind» (4,5).

«Ich sah mitten auf dem Thron und inmitten der vier lebendigen Wesen und inmitten der Ältesten ein Lamm stehen, wie geschlachtet; es hatte sieben Hörner und sieben Augen, welches die sieben Geister Gottes sind...» (5,6).

Dieses Buch ist, wie ihr wisst, voller Symbole. Hier findet ihr diese vier Erwähnungen der sieben Geister. Das bedeutet nicht, dass es sieben separater Geister gibt. Sieben ist die Zahl geistlicher Vollständigkeit, Ganzheit und Fülle. Wenn ihr bei der Zahl sieben anlangt, dann habt ihr etwas vollendet: Zum Beispiel markierte der siebente Tag die Vollendung der Schöpfung. Ich brauche nicht weiter zu gehen. Sieben ist geistliche Vollständigkeit: so dass der Symbolismus hier also Fülle, Vollständigkeit, Absolutheit des Heiligen Geistes meint. «Dies sagt der, der die sieben Geister hat...» Das, was gesagt werden wird, geschieht in der Autorität und Kraft des Heiligen Geistes. Er hat sich dieser Sache angenommen, Er ist es, der diese Dinge anzeigt, die gesagt werden sollen, Er ist es, der vor dem Thron ist. Der Heilige Geist in Verbindung mit dem Regierungssitz (im Himmel) verfährt mit den Dingen hier unten auf der Erde. Habt ihr das begriffen? Da sind all diese Dinge hier unten auf der Erde, doch der Thron, der Regierungssitz für alles, befindet sich dort oben.

Beachtet, dass die erste Verbindung der sieben Geister mit dem Thron und den sieben Sternen ist, welches «die Engel der sieben Gemeinden sind» (1,16.20; 3,1). Der Thron der Herrschaft über die Dinge hier unten ist in der Hand des Heiligen Geistes, in der Fülle seiner Macht und Intelligenz. Die «sieben Augen» sprechen davon, dass er über alles Bescheid weiß, dass er die Wahrheit durch alle Verführung, durch alle Masken, durch alle Vorwände und Lippenbekenntnis hindurch vollkommen sieht, auch durch das hindurch, dass du «den Namen hast, dass du lebst»; vollkommene Wahrnehmung, vollkommenes Wissen, vollkommenes Verständnis. Der Heilige Geist regiert in der Fülle seines Wissens. Und auch in der Fülle seiner Kraft - «sieben brennende Feuerfackeln». Das ist kein kaltes Licht, das ist nicht bloß theoretisches Wissen; das ist nichts Abstraktes. Es ist eine brennende Lampe, es ist etwas, das durch Feuer lebendig ist, voll Kraft: Er ist gekommen, um in der brennenden Kraft seines Urteils und seiner Erkenntnis mit dieser Situation zu verfahren. Die Dinge sind durch den Heiligen Geist lebendig.

Um mit ihm Schritt halten zu können, verlangt der Heilige Geist, dass alles rein geistlich sein muss. Es muss dem Urteil des Heiligen Geistes, des Geistes Gottes, entsprechen. Der Heilige Geist operiert in Verbindung mit dem «Lamm auf dem Thron». Das ist das Zeugnis bezüglich all unserer Sünden und all unserem Versagen: Es ist das Lamm auf dem Thron. Doch was wir sagen wollen, ist dies: Dass die Vorstellung des Herrn von einer Gemeinde in jedweder Heilszeit, in jedem Zeitalter, zu jeder Zeit, an jedem Ort, die ist, dass sie ihrem Wesen nach eine geistliche Angelegenheit ist, etwas wesenhaft Himmlisches; sie wird wesenhaft vom Heiligen Geist regiert. Das Hauptquartier befindet sich auf dem Thron, und der Heilige Geist versorgt und verwaltet die Gemeinde vom Himmel aus. Tut er es nicht, dann muss der Mensch selbst sich um sie kümmern, und er wird ein furchtbares Chaos aus ihr machen, wie es auch geschehen ist. Oh, wenn es doch ein Volk gäbe - ob das örtliche Gruppen oder das Volk Gottes im Allgemeinen sind - das völlig unter der Herrschaft des Heiligen Geist steht!

Ich will schließen, indem ich noch folgendes sage. Jeder von uns, und insbesondere junge Christen, sollten dies erkennen: Wenn ihr zum Herrn kommt, wenn ihr Christus als euren Herrn angenommen habt, wenn ihr Christ geworden seid, wenn ihr euch bekehrt habt - wie immer er es auch bezeichnen mögt - wenn ihr wahrhaft wiedergeboren seid, dann seid ihr nicht bloß ein christliches Individuum. Ihr seid Teil eines in Ewigkeit vorgesehenen, auserwälten Leibes, ihr gehört zu einer großen geistlichen, gemeinschaftlichen Einheit, ihr gehört zu jedem wirklich wiedergeborenen Kind Gottes. Ihr habt ein auf andere bezogenes, und kein bloß individuelles Leben. So viel hängt davon ab, ob ihr das realisiert! Ihr seid nicht einfach «ein Christ geworden», ihr seid viel mehr geworden als nur das. Ihr seid ein Glied dieses zeitlosen, himmlischen Dings geworden, konzipiert vor «ewigen Zeiten», das seine wahre Bestimmung erfüllen wird, wenn es keine Zeit mehr geben wird. In das hinein seid ihr gekommen! Und ihr seid zu einer ungeheuren Berufung gelangt, Teil von dem zu sein, das das Zeugnis Jesu in dieser Welt lebendig erhalten soll.

Ihr seht, der Teufel und sein weites Reich zahlloser Heerscharen böser Geister, wie Paulus es formuliert, ist gegen dieses eine Ding, nur gegen dies eine. Von allem Anfang an, als Jesus Christus zum «Erben aller Dinge» eingesetzt wurde (Hebr. 1,2), hat sich Satan pausenlos und unaufhörlich daran gemacht, dieses eine Dinge zu verhindern, zu verderben und zu vernichten - das Zeugnis Jesu. Und wenn er uns zertrennen und zwischen uns treten kann, hat er das Zeugnis Jesu angetastet, denn das Zeugnis Jesu hängt so sehr davon ab, dass wir ein vereintes und auf einander bezogenes Leben führen.

In Übereinstimmung mit dem Wunsch von T. Austin-Sparks, dass das, was er frei erhalten hat, weitergegeben und nicht gewinnbringend verkauft werden sollte und dass seine Botschaften Wort für Wort reproduziert werden, bitten wir Sie, diese Botschaften mit anderen zu teilen und frei anzubieten, um seine Wünsche zu respektieren - frei von jeglichen Änderungen, kostenlos (außer notwendigen Vertriebskosten) und mit dieser Erklärung inklusive.