Gottes Neues Israel
von T. Austin-Sparks

Teil 5 - Das Große Erbe

«Und nun, Brüder, übergebe ich euch Gott und dem Wort seiner Gnade, das die Kraft hat, euch aufzubauen und ein Erbteil zu geben unter allen Geheiligten (Apg. 20,32).

«um ihnen die Augen zu öffnen, damit sie sich bekehren von der Finsternis zum Licht und von der Herrschaft des Satans zu Gott, damit sie Vergebung der Sünden empfangen und ein Erbteil unter denen, die durch den Glauben an mich geheiligt sind!» (Apg. 26,18).

«indem ihr dem Vater Dank sagt, der uns tüchtig gemacht hat, teilzuhaben am Erbe der Heiligen im Licht» (Kol. 1,12).

«da ihr wisst, dass ihr von dem Herrn zum Lohn das Erbe empfangen werdet; denn ihr dient dem Herrn Christus!» (Kol. 3,24).

«Darum ist er auch der Mittler eines neuen Bundes, damit - da sein Tod geschehen ist zur Erlösung von den unter dem ersten Bund begangenen Übertretungen - die Berufenen das verheißene ewige Erbe empfangen» ( Hebräer 9,15).

«zu einem unvergänglichen und unbefleckten und unverwelklichen Erbe, das im Himmel aufbewahrt wird für uns» (1. Petr. 1,4).

Das Größte, das das vom Alten Testament ins Neue Testament und vom alten Israel ins Neue Israel übernommen wurde, ist das, was das «Erbteil bzw. das Erbe» genannt wird. Dieses Erbe bestimmt alles, sowohl im Alten wie im Neuen Testament; alles, was im Alten und im Neuen Testament gesagt wird, wird vom Erbe bestimmt. Es ist das Erbe, das die Errettung rechtfertigt und erklärt. Das galt für die Errettung Israels aus Ägypten, und es trifft auch zu auf die Errettung der Gemeinde von der Welt. All das wird vom Erbe beherrscht. Die Errettung war nie irgend etwas in sich selbst. Die Errettung Israels aus Ägypten war eine gewaltige Sache, und wir haben gesehen, dass es eine Demonstration der «überragenden» Kraft Gottes war; doch all das geschah nicht nur, um Israel aus Ägypten herauszubringen.

Es war das Erbe, das die Tragödie Israels erklärte, und es war eine fürchterliche Tragödie! 600 000 Männer kamen aus Ägypten heraus, doch nur zwei von ihnen traten das Erbe an. Der ganze Rest der 600 000 Männer starb in der Wüste. Das Neue Testament nimmt vieles davon als eine Warnung an das Neue Israel, d.h., an die Gemeinde. Ihr müsst euer Neues Testament im Licht des Erbes lesen, denn das ist es, was es in jeder Hinsicht beherrscht. Das Erbe ist geradezu die Interpretation und die Erklärung für unsere Existenz. Es ist der positive Faktor schon unserer Geburt.

Als ich zum Herrn kam, war ich ein junger Mann und sehr enthusiastisch. Ihr wisst, dass es ein Sprichwort gibt: «Toren preschen da vor, wo selbst die Engel keinen Fußtritt wagen». Ich hatte einen Bruder, der ein paar Jahre älter war als ich, und er gehörte dem Herrn nicht an. Er war physisch ein sehr starker Mann, und er hätte mich mit einem einzigen Schlag zu Boden werfen können. In meinem Enthusiasmus fragte ich ihn bezüglich seiner Errettung. Er schaute mich von oben bis unten an, und ich kam mir vor wie eine Heuschrecke! Er schlug mich nicht mit seinen Fäusten nieder, aber er schlug mich mit einem Wort nieder, denn er sagte: «Man hat mich nie gefragt, ob ich auf diese Welt kommen möchte. Ich kam in diese Welt, ohne je die Wahl gehabt zu haben. Dass ich da bin, ist also nicht meine Verantwortung, und ich habe nicht die Absicht, irgend eine Verantwortung für mein Leben zu übernehmen». Das schlug mich nieder, und ich hatte zu diesem Zeitpunkt keine Antwort darauf. Ich war bloß ein junger Christ, doch seither habe ich die Antwort gelernt. Warum wurden wir geboren? Warum sind wir in dieser Welt? Wir sind hier mit einer großen Verantwortung im Blickfeld, denn eine ungeheure Sache ist mit dem menschlichen Leben verbunden. Hätte ich damals gewusst, was ich jetzt weiß, hätte ich die Antwort gehabt, und sie hätte so ausgesehen: «Merkst du denn nicht, dass Gott damit eine große Absicht verfolgt, dass du in dieser Welt bist? Das ist nichts Negatives, wir sind einfach durch Zufall hier. Es gibt ein großes Erbe zu gewinnen oder zu verlieren.

Solltet ihr je Zeit finden, dann geht mit diesem Wort «Erbe» durch eure Bibel; besonders in Neuen Testament findet ihr die Erklärung dieses Wortes.

Mit dem vor Augen, kommen wir natürlich zum Buch Josua, welches das Buch des Erbes für das alte Israel ist, aber es ist das Buch des Heiligen Geistes , um dieses Erbe zu verwirklichen. Josua selbst repräsentiert die Energie des Heiligen Geistes. Der Geist Gottes ruhte auf Josua, weil Moses ihm die Hände aufgelegt hatte, und diese Salbung hatte das Erbe im Blick. Das Wort des Herrn an Josua nach Moses‘ Tod lautete: «Sei stark und mutig; denn du wirst diesem Volk das Land zum Erbe austeilen» (Josua 1,6). Durch die Salbung repräsentiert Josua den Heiligen Geist im Hinblick auf das Erbe.

Nun, das ist die Feststellung einer Tatsache. Ich liefere euch hier nicht etwas, das ich bloß studiert habe. Ich vermittle euch die festgesetzten Tatsachen des Wortes Gottes, das überall sagt, dass es ein Erbteil für das Volk Gottes gibt, das sie entweder verpassen oder gewinnen können. Ich unterstreiche das lautstark. Darum nehme ich die Dinge auch ernst, und das ist auch eine sehr ernste Sache. Es gibt nichts Ernsteres im Worte Gottes.

Was ist dieses Erbe?

Wollte ich damit anfangen, das Erbe zu erklären, und alles auf den Tisch zu legen, was es bedeutet, dann würde diese Konferenz in der Tat sehr lange dauern. Ihr mögt mich entschuldigen, aber ich will nur ein oder zwei Dinge über dieses Erbe sagen.

Das Erbe ist der volle Vorsatz und Inhalt der Erlösung, und die Erlösung ist eine viel, viel größere Angelegenheit, als wir je erkannt haben. Erlösung ist erst der Anfang der Errettung. Wenn wir von Errettung sprechen, denken wir an Leute, die zum Herrn kommen. Wir fragen sie, ob sie gerettet seien, und viele Christen werden sagen: «Ich wurde vor vielen Jahren gerettet». So ist Errettung lediglich eine Frage dessen, dass wir zum Herrn Jesus kommen, dass wir von unseren Sünden errettet werden und die Gabe des ewigen Lebens empfangen. Doch wenn ihr einen Blick ins Neue Testament hinein werft, könnt ihr feststellen, dass es im Zusammenhang mit der Errettung drei Zeitformen gibt: «Wir wurden gerettet», das ist die Vergangenheitsform; «wir sind im Begriff, gerettet zu werden», das ist die Gegenwartsform; und «wir werden gerettet werden», das ist die Zukunftsform. Die Errettung deckt also die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft ab. Wenn ihr auch nur eine kleine Vorstellung von der Errettung gewinnen wollt, dann schlagt einmal den 1. Brief von Paulus an die Korinther, Kapitel 15, auf. Am Anfang dieses Kapitels sagt Paulus, er wolle die Korinther an den Anfang des Evangeliums erinnern, das er ihnen verkündigt hatte, und dann, im Verlauf dieses Kapitels, berichtet er über das Evangelium, das er verkündigt hatte, und zeigt auf, dass dieses Evangelium direkt zu der ewigen Herrlichkeit führt, die unseren Auferstehungsleib einschließt, aber auch unsere Position und unseren Zustand in den kommenden Zeitaltern der Ewigkeit. Er blickt auf die Sonne, dann auf den Mond, und dann auf alle Sterne, und er sagt, «die Sonne habe ihre Herrlichkeit, der Mond eine andere, und wieder eine andere hätten die Sterne ... so sei es auch mit der Auferstehung aus den Toten» (Vs. 41.42). Es liegt noch viel mehr in diesem wunderbaren Kapitel, und das ist das Evangelium, das er verkündigte. Nun, das versetzt die Errettung auf eine viel höhere Ebene, nicht wahr? Petrus sagte: «Der Gott und Vater unseres Herrn Jesus ... habe uns wiedergeboren zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung aus den Toten, zu einem unverderblichen, unbefleckten und unverwelklichen Erbe». Dieses große Erbe ist der Inhalt der Erlösung. Der Verfasser des Hebräerbriefes nennt es «ein so großes Heil» (2,3). Der Herr Jesus sagte zu den ersten Mitgliedern des neuen Israel: «Fürchte dich nicht, kleine Herde; denn es hat eurem Vater wohlgefallen, euch das Reich zu geben» (Lk. 12,32). Auch sagte er, das Himmelreich werden vom alten Israel weggenommen und dem neuen gegeben (Mat. 21,43). So ist also das Erbe das Reich!

Welche Bedeutung hat das Wort «Reich?» Es ist die souveräne Herrschaft - das Herrschen zusammen mit Christus. Er ist der bestimmte Herr dieser Einheit; so ist das Reich nicht bloß dies, dass wir mit Christus sind, obwohl es wunderbar sein wird, bei ihm zu sein, wenn er in seinem Königreich kommt, aber es ist mehr als dies - es bedeutet, mit ihm zu herrschen, Mitglieder der Regierung des ewigen Königreichs zu sein; und mehr noch als dies: es bedeutet, ein Glied der königlichen Familie zu sein, die herrscht.

Es ist unmöglich, das Erbe zu beschreiben! Das sind einige der Dinge, die im Worte Gottes offenbart werden. Im Falle des alten Israels hatte Moses große Schwierigkeiten, das Erbe zu erklären. Er war gebildet in aller Weisheit der Ägypter, aber er hatte Schwierigkeiten, das Land zu beschreiben, in das das Volk gehen würde. Er sagte, es sei «ein Land von Hügeln und Tälern... ein Land, um das sich der Herr kümmern werde; die Augen des Herrn, deines Gottes, seien seien stets auf ihm, vom Anfang bis zum Ende des Jahres» (5. Mose 11,9.11.12), und die Bibel sagt uns, dass die Augen des Herrn nie in Ruhe auf etwas ruhen würden, das ihm missfällt. Wenn also Moses es nicht erklären konnte, und Paulus es nicht fertig brachte, so gebe ich es ebenfalls auf! Paulus versuchte, das Erbe zu erklären: «Was kein Auge gesehen, kein Ohr gehört hat, was nie in das Herz eines Menschen gekommen ist, was Gott denen bereitet hat, die ihn lieben» (1. Kor. 2,9). Ich sage nochmals, wir müssen es aufgeben, aber lasst uns den Eindruck registrieren. Dem ewigen Vorsatz entsprechend berufen zu sein, ist zu gewinnen etwas Ungeheures. Es ist darum auch etwas Ungeheures, es zu verlieren, und darum redet die Bibel von nichts anderem als vom Erbe.


Die wesentliche Grundlage des Erbes

Nun kehren wir zum Buch Josua zurück, und hier sehen wir die wesentliche Grundlage des Erbes.

Wir erinnern uns an das, was geschah, als das Volk den Jordan überquerte. Ich wage es nicht, jetzt über die Überquerung des Jordans zu sprechen, obwohl ich später nochmals darauf zurückkommen werde, aber da ist eine Klammer, die ich sehr gern habe: «als die ganze Nation den Jordan vollständig überquert hatte» (Josua 4,1). Wir sagen von Leuten, sie würden «offen gegen etwas kämpfen», und damit meinen wir, dass es keinen Kompromiss, keinen Vorbehalt gibt, dass sie sich an nichts festhalten. Sie haben eine saubere Arbeit geleistet, und das ist es, was der Jordan bedeutet. Ihr wisst, dass er ein Symbol für die Taufe ist, dessen, dass wir mit Christus gekreuzigt sind. Wenn ich irgend jemanden Taufe, dann mache ich zur Bedingung, dass es genügend Wasser hat, um sie vollständig untertauchen zu können, und ich sorge dafür, dass sie auch wirklich untertauchen! Ich halte ihre beiden Hände, falls sie eine Hand ausstrecken möchten. Nein, sie müssen vollständig untertauchen, und wenn ich sie nicht innerhalb von vierzig Sekunden wir auftauchen lasse, dann wäre das ihr Ende! Nun, ich will darüber keine Witze machen, denn Paulus sagt: «Wir wurden mit ihm begraben durch die Taufe» (röm. 6,4), und es heißt vom Jordan, seine Ufer würden jedesmal zur Zeit der Ernte überflutet (Jos. 3,15). Es ist eine vollständige Überschwemmung, ein vollständiges Begräbnis von allem. Der Jordan ist im alten Testament bloß ein Typus, aber der Typus enthält das neutestamentliche, geistliche Prinzip, so dass Paulus sagt: «Wir wurden mit ihm begraben durch die Taufe» - und wenn Gott uns nicht mit ihm auferweckt, dann ist das unser Ende! Das ist die geistliche Position des Volkes, das zum Erbe eingehen wird.

Nun ist hier diese interessante Sache: Als die Nation vollständig den Jordan überquert hatte, befahl der Herr, dass die ganze neue Generation beschnitten werden sollte. Während ich darüber spreche, denkt an die Interpretation von Paulus hinsichtlich der Beschneidung: «Noch ist das eine Beschneidung, die äußerlich, im Fleische geschieht... die wahre Beschneidung ist die des Herzens, im Geist» (Röm. 2,28.29). Wie wir früher schon sagten, die Beschneidung ist das Zeichen der Absonderung für Gott. Es ist eine interessante und eindrückliche Sache, dass die neue Generation, die in der Wüste aufwuchs, nie beschnitten worden war. Die Eltern hatten dieses Gebot des Herrn vernachlässigt, und jene Eltern sind alle in der Wüste umgekommen. Dies bedeutet, dass sie das geistliche Gesetz der Herzensabsonderung für Gott ignoriert hatten. Was sich also ergibt, ist folgendes: Es gibt keine Möglichkeit, das Erbe anzutreten ohne ein beschnittenes Herz. Das Herz muss vollständig und aufs äußerste für den Herrn sein. Wenn das nicht zutrifft, entsteht früher oder später im Christenleben eine Tragödie.

Der Platz der Erben des Erbes

Habt ihr beachtet, was der sagte, als diese Nation auf dieser Seite des Jordans beschnitten wurde? Er sagte: «An diesem Tag habe ich die Schande Ägyptens von euch weggewälzt» (Josua 5,9). Was bedeutet das? Habt ihr je darüber nachgedacht? Die Schande Ägyptens weggewälzt! Als sie aufs äußerste im Herzen für den Herrn abgesondert waren, war die Schande Ägyptens von ihnen weggewälzt. Wer war dieses Volk? Sie waren die Kinder Israels, und «Israel» war Jakobs zweiter Name. Was bedeutet «Israel»? Es bedeutet «ein Fürst bei Gott». Diese Leute waren daher durch göttliches Dekret Kinder eines Fürsten bei Gott, und als Kinder eines Fürsten waren sie selber fürstlich. Was würdet ihr denken, wenn ihr einen Mann sehen würdet, der ein Prinz des königlichen Haushaltes ist und daher ein Erbe von allem, was der Haushalt geerbt hat, und dieser liegt in Ketten, mit seinen Lumpenkleidern, von Zeit zu Zeit gnädig mit Nahrung versorgt, nie imstande, etwas für sich selber zu wählen, und ohne eigenes Geld und eigene Wohnung? Was würdet ihr sagen? «Was für eine Schande»! Das wäre für einen Prinzen ganz gewiss eine Schande, nicht wahr? Es wäre eine große Schande über einer solchen Person! Und doch waren diese Kinder eines Fürsten bei Gott genauso in Ägypten! Nein, Fürsten sollten sich nie in einer solchen Lage befinden! Das war «die Schande Ägyptens», die Schande der ganzen Situation. Es wird «Haus der Knechtschaft» genannt, und kein Prinz sollte in so etwas sein.

Dieses Volk hat nun vollständig den Jordan überquert, die Herzen sind beschnitten, und nun sind sie ganz für den Herrn. Der Vorwurf und die Schande der Vergangenheit sind weggewälzt.

Was für eine herrliche Sache ist es doch, die Schmach und die Schande unseres vergangenen Lebens ganz weggewälzt zu haben. Warum ruft ihr nicht «Halleluja!»? Ich glaube, weil ihr zwar auf das Wort hört, aber den Geist nicht habt - oder vielleicht sollte ich sagen, weil ihr das Wort nicht ernst genug nehmt. Doch unser rechtmäßiger Platz, liebe Freunde, ist dort, wo die ganze Schmach der Vergangenheit weggewälzt ist. Das ist der Platz der Erben des Erbes.


Das Kreuz und das Erbe

Das ist die tiefere und innere Bedeutung des Kreuzes, weil das Neue Testament uns lehrt, das Kreuz sei der Ort der geistlichen Beschneidung. Und das sagt nur dieses eine Große aus: Nur wahrhaft gekreuzigte Christen, und nur eine wahrhaft gekreuzigte Gemeinde kann dem Feind in der kommenden Schlacht mit irgend einer Hoffnung auf Sieg entgegentreten. Das Antreten unseres Erbes ist etwas, dem sich alle Fürstentümer und Gewalten widersetzen. All diese bösen Mächte im Universum richten sich gegen das eine, nämlich dagegen, dass Gott ein Volk für sich selbst hat, dem er das Königreich geben wird, wenn die Königreiche dieser Welt zum Reich unseres Gottes und seines Christus werden. Ich sage, alle geistlichen Mächte würden sich gegen dieses eine richten. Wie wir gesehen haben, werden sie dafür kämpfen, das Volk davon abzuhalten, zum Herrn hinauszuziehen, und wenn ihnen das nicht gelingen sollte, werden sie darauf hin arbeiten, es am Weitergehen zu hindern. Das ist die Wüstengeschichte! Und wenn sie sie nicht am Weitergehen hindern können, werden sie den Kampf noch lange nicht aufgeben. Nun habt ihr die Geschichte des Buches Josua. Das Volk befindet sich nun in seinem neuen Besitz, und sie kämpfen nicht mehr mit der Welt. Das war in Ägypten und in der Wüste. Ihr kämpft jetzt nicht mehr mit dem Fleisch, sondern seid in die himmlischen Regionen durchgedrungen, und der Kampf findet in diesen Regionen statt. Es ist ein geistlicher Kampf gegen die geistlichen Heerscharen der Bosheit. Es gibt in diesem Bereich keine Hoffnung auf Sieg, es sei denn, wir seien durch die Bedeutung des Jordan und der Herzensbeschneidung hindurchgedrungen.

Nun komme ich zu meinem letzten Punkt:


Der Kampf um das Erbe

Die Fürstentümer und Gewalten haben gegenwärtig die Königreiche dieser Welt in ihrer Gewalt, doch die Gewalt ist das Geburtsrecht des Sohns Gottes. Das Königreich war seit Ewigkeit für den Sohn Gottes bestimmt, und für alle, die bei ihm sind. Glaubt ihr, dass die Energie, die diese Welt so stark kontrolliert, bereit ist, einfach aufzugeben? Sie wird keinen geistlichen Meter kampflos aufgeben! Jedem Bisschen geistlichen Fortschritts wird von den bösen Mächten Widerstand entgegengebracht. Sicher wisst ihr etwas davon, was das bedeutet! Viele Wochen lang hatte ich einen äußerst schrecklichen Kampf auszufechten wegen der Botschaft dieser Konferenz. Tag und Nacht, für lange Zeit, befand ich mich in diesem Kampf. Dann wissen auch einige von euch, welchen Kampf es für euch bedeutete, hierher zu kommen. Und ich kann euch sagen, so war es schon seit vielen, vielen Jahren! Wo immer etwas Neues für den Herrn in Sicht ist, wenn ein neuer Grund für den Herrn eingenommen werden soll, wenn das Volk Gottes sich aufmacht, in etwas mehr von ihm hineinzudringen, entsteht immer ein Kampf. Es mag ein Kampf im Geist sein, es mag ein Kampf sein in der Seele, es mag auch ein Kampf im Körper sein, es mag in euch selbst oder in andern Leuten und in andern Dingen sein, doch kein Bisschen geistlichen Grundes wird leicht eingenommen. Der Feind weiß, welche Konsequenzen es für ihn hat, wenn das Volk Gottes das Erbe antritt. Sein Königreich wird geschwächt, seine Herrschaft wird abgekürzt; und seine Tage sind gezählt, wenn das Volk Gottes sich aufmacht, das Erbe in Besitz zu nehmen. Lasst ihr zu, dass er gewinnt? Geht ihr weiter voran? Geht ihr, um das Königreich einzunehmen? Habt ihr Angst? Ihr beachtet, dass der Herr in den zwei ersten Kapiteln von Josua zu Josua mehrere Male sagt: «Sei stark und mutig!» Warum sollten wir uns nicht fürchten und guten Mutes sein?

Kehrt zu Josua zurück, und ihr stellt fest, dass nicht er der Ausführende ist. Josua blickte auf, «und siehe, da stand ein Mann ihm gegenüber, mit dem gezogenen Schwert in seiner Hand... und er sprach ... als Oberster des Heeres des Herrn bin ich eben gekommen» (Josua 5,13.14). Es ist der Oberste des Heeres des Herrn, der das Kommando hat! Josua repräsentiert, wie wir gesagt haben, die Energie des Heiligen Geistes, und es ist in diesem geistlichen Zusammenhang, dass der Apostel Paulus einige dieser wunderbaren Worte äußert: «Dem aber, der weit über die Maßen mehr zu tun vermag, als wir bitten oder verstehen, gemäß der Kraft, die in uns wirkt, ihm sei die Ehre in der Gemeinde in Christus Jesus, auf alle Geschlechter der Ewigkeit der Ewigkeiten! Amen. » (Eph. 3,20). Wir können auf die Energie des Heiligen Geistes zählen! Der Kampf mag oft sehr heftig sein. Die Feinde mögen sehr stark erscheinen, doch der, der in euch ist, ist größer, als der in der Welt!

So ist also unser letztes Wort in diesem Zusammenhang: «Sei stark und mutig»!


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Übersetzt von
Manfred Haller
 

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