Die Gemeinde - ihre Natur, ihre Prinzipien und ihre Berufung
von T. Austin-Sparks

Kapitel 2 - Die wesentlichen Merkmale der Gemeinde

Als unser Herr jene große Aussage über die Gemeinde machte: «...ich werde meine Gemeinde bauen; und die Pforten des Hades werden sie nicht überwältigen», deutete er damit drei Dinge an. Erstens, dass er eine bestimmte Einheit bauen würde, die er «seine Gemeinde» nannte. Zweitens, dass diese Gemeinde einer opponierenden Macht in ihrer vollen und endgültigen Feindschaft gegenübertreten würde. Drittens, dass diese Macht in ihrer höchsten Stärke ergriffen und vernichtet würde, d.h. dass sie unfähig würde, diese Gemeinde zu überwältigen. In dieser vollen Aussage steckt ein ganz klarer Hinweis auf die grundlegende Natur seiner wahren Gemeinde. Wir haben früher gesagt, die Gemeinde sei wesentlich etwas Geistliches, und dass Geistlichkeit ihr grundlegendes Prinzip sei. Aber können wir noch klarer werden bezüglich dessen, was wir mit «Geistlichkeit» meinen? Ja, ich glaube, das können wir, und zwar, indem wir ein alternatives Wort verwenden, das Wort «übernatürlich».


Die Gemeinde ist ihrem Wesen nach übernatürlich

Die Gemeinde ist die Verkörperung des wahren Christentums, und das wahre Christentum ist übernatürlich, oder es ist gar nichts! Nur da, wo das voll realisiert und akzeptiert wird, existiert die Gemeinde wirklich und kann die Kraft sein, die sie sein sollte.

1. Übernatürlich in ihrem Ursprung

Zunächst einmal sind das Christentum und die Gemeinde (in Wahrheit sind dies identische Begriffe) vom Himmel herab gekommen, und es ist noch immer so, dass man sie von dort empfangen und in sie eintreten muss. Das ist die grundlegende Wahrheit von Christus und der Gemeinde in jedem Einzelnen, der ihr einverleibt wird. Die Lehre ist im ganzen Neuen Testament so. Der Ursprung und das Zuhause von Christus war der Himmel. Das Johannesevangelium und der Brief von Paulus an die Epheser sind ein besonderes und nachdrückliches Argument für diese Tatsache, und sie umfassen mit dieser Wahrheit das ganze Neue Testament. Im ersteren (d.h. im Johannesevangelium) ist die wiederholte Bestätigung Christi bezüglich seines himmlischen Ursprungs die Grundlage von allem, das ganze Evangelium hindurch. Immer wieder heißt es «wahrlich, wahrlich», «in Wahrheit», und alles in diesem Evangelium sollte dies zum Ausdruck bringen und den Beweis dafür liefern.

Doch, wenn das alles anerkannt worden ist, kehren das Evangelium und der ganze Rest des Neuen Testament davon zurück, um gleichfalls zu betonen, dass die Gemeinde diese Wahrheit und diese Tatsache von Christus verkörpert. Johannes 3 benutzt die identische Sprache: «wahrlich, wahrlich» in Verbindung mit jedem Einzelnen, das der Gemeinde beitritt. Dieser Einzelne, ganz gleich, ob es sich um das beste Exemplar und der beste Repräsentant des alttestamentlichen Israel (wie etwa Nikodemus) handelt kann ganz einfach NICHT entlang der horizontalen Linie dieser Schöpfung hineinkommen; er kann nicht durch das natürliche Tor, durch das Tor der Tradition oder der Religion eintreten; er muss «von oben her geboren werden». Durch DIESE Geburt wird er zu einem ÜBERnatürlichen Wesen im der INNERSTEN Realität seines Wesens konstituiert: was Paulus eine «NEUE Schöpfung» nennt.

Dann wird, ganz entsprechend, die Gemeinde am Tag von Pfingsten «von oben her» geboren. Der Unterschied zwischen denselben Personen vor und nach jenem Ereignis, und die gemeinschaftliche Natur dieser neuen Entität, sind für alle, die Augen haben, um zu sehen, offensichtlich. Sie ist etwas Übernatürliches.

2. Übernatürlich im Unterhalt

Was vom Ursprung und vom Zuhause Christi und seiner Gemeinde gilt, erweist sich auch auf überwältigende Weise als wahr im Blick auf ihren Unterhalt und ihr Überleben. «Brot vom Himmel» bedeutet einfach die erhaltende und versorgende Kraft der himmlischen Ressourcen. Das kann man in zwei Richtungen sehen. 1. im Gesetz von der äußersten Abhängigkeit von Gott und vom Himmel; im eigentlichen Prinzip der Inkarnation - «er entäußerte sich selbst» (Phil. 2,7). Wiederum ist das Johannesevangelium eine konstante und nachdrückliche Bestätigung davon. Das doppelte «wahrlich, wahrlich» wird gebraucht, um das zu bestätigen (5,19): «Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, der Sohn kann nichts von sich selber tun», etc. etc. Für jedes Werk, für jedes Wort, jedesmal erklärt er, er sei von seinem Vater und vom Himmel abhängig. Das erklärt seine niedrige Geburt, seine niedrige Erziehung, seine spätere Heimatlosigkeit. Es erklärt auch, warum er «verachtet und von den Menschen verworfen» war. Aber gab es je ein anderes Leben und Werk, das so machtvoll war wie das seine?

2. Die andere Richtung ist die der Gemeinde. Wenn wir das menschliche Material des ersten Kerns, und Hauptsächlich dessen Wachstum, betrachten; wenn wir in Rechnung stellen, was er an Gütern dieser Welt und an weltlicher Unterstützung NICHT hatte; und wenn wir an das denken, was auf jede vorstellbare Weise gegen ihn stand, ständig am Rande seiner eigenen Vernichtung; und wenn wir dann sein Überleben als Entität bemerken, dann gibt es dafür nur ein einziges Wort - übernatürlich! Ich muss bekennen, ich habe mich gewundert über den wohlerhaltenen und triumphierenden Glauben eines Mannes wie des Apostels Paulus, wenn ich ihn leiden sehe, wie er eben litt, und wenn ich seine eigenen Aufzählungen der Leiden lese. Der natürliche Sinn würde sagen: «Das ist nicht die Unterstützung des Himmels », doch besitzen wir das Urteil vieler Jahrhunderte, und es ist der Beweis und das Urteil des Übernatürlichen.

Gewiss ist das alles in dem weiteren «wahrlich, wahrlich» von Johannes 6 enthalten, wo - mit einer Anspielung an Israels Leben in der Wüste - Jesus sich selbst zum Brot Gottes vom Himmel erklärt. In der Tat, so stark, bedeutungsvoll, und wichtig ist diese Sache in seinem Sinn, dass er in diesem Kapitel das doppelte «wahrlich, wahrlich» gleich viermal verwendet. Die Wüste war schon immer das Symbol oder das Sinnbild für einen Ort außerhalb der Welt, und die Hilfe und der Unterhalt in so lebensfeindlichen Umständen verlangen Ressourcen aus einem anderen Bereich. Die Geschichte des geistlichen Lebens ist die Geschichte des geheimen übernatürlichen Unterhalts. Leise, ohne Aufsehen; konstant, ohne Unterbruch; in ausreichender Menge, ohne Armut fiel das Manna, und der himmlische Herr des Lebens hat auch seine Gemeinde auf dieselbe Weise unterhalten. Ja, auch wenn sie fast schwieg und für die natürlichen Sinne beinahe nicht mehr wahrnehmbar war, so ist es doch Tatsache, dass sie ein wirksamer Faktor von immenser Kraft war. Das Neue Testament lehrt uns, dass schon die Geburt und der Unterhalt der Gemeinde das Gegenstück von Israels Emanzipation aus Ägypten darstellt. Dort und damals dehnte sich die Macht Gottes aus und brachte die ganze Macht Ägyptens und seiner Götter zur Erschöpfung und machte schließlich selbst den Tod zunichte.

Jener Teil des Neuen Testamentes, der auf ganz besondere Weise die Gemeinde ins Blickfeld rückt, benutzt Worte wie: «Die ÜBERRAGENDE Größe seiner Kraft an uns, die wir glauben».

Wir haben die überwältigende Sache noch längst nicht begriffen, die mit dem Tod und der Auferstehung Christi zusammenhängt, um die Gemeinde für Gott zu sichern.

Sicher haben wir nun bereits genug gesagt, um ein oder zwei äußerst wichtige Dinge zu tun.

Zuerst wollen wir zeigen, was die wahre Gemeinde gemäß der neutestamentlichen Offenbarung ist. Wenn dies kein Missverständnis dieser Offenbarung ist, muss eine höchst unterscheidende Sache sein; das heißt, es muss einen sehr großen Unterschied offenbaren zwischen der wahren Gemeinde einerseits, und dem immensen Regenschirm, der andererseits unter diesem Namen läuft, ein Regenschirm, unter dem sich so viele Institutionen und mit einander in Konflikt stehende Konzepte zusammengefunden haben.

Das sollte zwei Extreme richtig stellen. Das Extrem einer zu großen Offenheit, welche die grundlegende und wesentliche Natur des Übernatürlichen übersieht, von der wir gesprochen haben: Das Übernatürliche in der neuen Geburt vom Himmel jedes einzelnen Gläubigen in der Gemeinde. Aber auch das gegensätzliche Extrem einer unbiblischen Exklusivität, die Christus kleiner macht, als er in Wahrheit ist, indem echte wiedergeborene Gläubige von der Gemeinschaft ausgeschlossen werden aufgrund irgend einer Technik oder Protektion, oder einer besonderen Interpretation der Wahrheit.

Ferner, wenn das, was wir gesagt haben, eine wahre Definition der Gemeinde und ihrer Natur ist, dann erklärt das in der Tat den Verlust an Kraft, an Wirkung, an übernatürlichem Einfluss, und es erklärt auch das Durcheinander, die Armseligkeit geistlicher Nahrung für die hungrigen Schafe, und die Verzettelung, die Satans spezielle Strategie ist, um die Gemeinde ihrer Berufung zu berauben, das Reich einzunehmen und zu herrschen!

Die Erklärung ist die, dass die große Kraft der äußersten Abhängigkeit von Gott, welche die kategorische Forderung Gottes ist, um seine eigene Herrlichkeit zu zeigen, aufgegeben wurde, um bei der Welt um Mittel, Methoden, Moden, etc. nachzusuchen, um das Werk Gottes «erfolgreich» zu machen. Satan schreckt kein bisschen von irgend etwas zurück, das sein eigenes Königreich für seine Ehre benutzt. Er wir alles sponsern, das ihm Platz verschafft. Der Fluch, der auf ihm und auf dieser Welt liegt, wird stets Frustration, Durcheinander und schließlich Nichtigkeit über alles bringen, was zu seinem Königreich gehört, darum gibt es so vieles von diesen Dingen in einer Gemeinde, die - in irgend einer Weise - von dieser Welt ist. Die Gemeinde hat so weitgehend darin versagt, herauszufinden, warum - besonders in Bezug auf seine Mission und seinen Dienst - der Versuch Jesu in der Wüste in drei der vier Evangelien Platz eingeräumt wird, und warum sich das Johannesevangelium in dieser Beziehung so sehr in Kapitel 17 konzentriert findet, wo Jesus das Gewicht darauf legt, dass er nicht von dieser Welt ist, und ebenso wenig seine Gemeinde!

Die Gemeinde - universell und lokal - die aufgrund von geistlichen und himmlischen Prinzipien konstituiert wurde, wird genügend Nahrung für ihre eigenen Bedürfnisse haben, und sie wird noch für die ganze Welt übrig haben. Die Hungrigen werden sich immer um eine solche scharen. Sie wird ein geistlicher Magnet sein, der das Volk Gottes zu einer geistlichen Gemeinschaft zusammenzieht. Sie wird daher auch in besonderer Weise Satans Aufmerksamkeit auf sich ziehen, um sie zu zerstören. Aber selbst wenn es ihm gelingen sollte, ihre zeitlichen Aspekte zu zerstören, etwa durch Martyrium, durch Zerwürfnisse, Zerstreuungen, Orte, etc., so wird eine solche Gemeinde trotzdem geistliche Werte bewahren, die unzerstörbar und ewig sind - «denn das, was man sieht, ist zeitlich (vorübergehend, nur für eine Zeit), die Dinge jedoch, die man nicht sieht, sind ewig».

Der letzte Test ist das Ewige

Wir sagten am Anfang, dass, auch wenn wir uns mit der Natur der wahren universellen Gemeinde befassen, wir uns speziell für den örtlichen Ausdruck interessieren. Darum wollen wir uns nun unsere Aufmerksamkeit auf diesen Ausdruck konzentrieren.

Wenn wir die ersten drei Kapitel der Offenbarung ernst nehmen (und selbstverständlich müssen wir das tun), werden wir beeindruckt sein von der ernsten Sorge des Herrn für solche Ausdrucksformen. Eine unerreichbare Präsentation seiner selbst wird geliefert, indem die Gemeinden an ihm selbst gemessen werden. Jeder Gesichtspunkt dieser Präsentation ist ein Faktor im Gericht. Dann erhalten die Gemeinden eine doppelte symbolische Definition; die eine ist die von Sternen, und die andere die von Leuchtern. Indem wir viele Details für später aufheben, merken wir uns für den Augenblick, dass der allgemeine Gesichtspunkt derjenige der Kraft des Zeugnisses ist. Er ist das konkrete Element einer Herausforderung an die Finsternis der Welt. Durch alles, was in Bezug auf die Gemeinden folgt, herrscht der Gesichtspunkt und Faktor der Konkretheit des geistlichen Lebens und Einflusses vor und überragt alles. Alle Kontroversen des Herrn mit den Gemeinden - um was es im Detail auch immer gehen mag - konzentrieren sich auf diesen letzten Punkt: die konkrete Wirkung der Gemeinde dort, wo sie sich befindet. Gibt es da eine Wirkung nach innen (Leuchter) und nach außen (Sterne)? Reden sie, sind sie verlässlich, effektiv, unmissverständlich? Haben sie einen maßgeblichen Einfluss auf ihre Umgebung? Gibt es geistliche Kraft, die Wirkung zeigt? Letztlich hängt die Fortdauer ihrer Stellung in der göttlichen Heilsordnung - ob sie erhalten oder umgestoßen wird - von diesem Punkt ab. Viele Details im Blick auf die Ursachen für den Verlust an kraft werden genannt, aber es ist der Verlust selbst, der zum Gericht führt.

Nachdem wir den umfassenden Punkt genannt haben, der in einen örtlichen Zeugnis über alles entscheidet, gehen wir weiter und stellen und beantworten die Frage: Welches sind


Die wesentlichen Kennzeichen einer
wahren örtlichen Gemeinde?

Wir versuchen, uns eng und genau an das umfassende Prinzip zu halten, dass die Gemeinde - universell und lokal - berufen ist, ein Ausdruck von Christus zu sein. Es ist unmöglich, das Neue Testament zu lesen, ohne zu erkennen, dass überall die Gegenwart Christi identisch war mit der Gegenwart von folgenden Dingen:

1. Himmlisches Licht und himmlische Kraft

Wir haben das bereits als Basis für sein Gericht über die Gemeinden aufgezeigt. Bei ihm ging es nicht bloß um das Licht von Lehre oder Doktrin. Er war eine personifizierte Lehre. Die Lehre war in einem menschlichen Wesen inkarniert. Seine Lehre und sein Werk waren eins. Es war ein sehr praktisches Licht! Es war Licht aus einer anderen Welt. Wenn die Sterne die Nacht beherrschten, dann taten sie dies durch das Licht, das sie von der Sonne reflektierten. Wenn die Gemeinde die Kraft der Wahrheit haben sollen, dann weil sie ein Rückprall von Christus auf die menschliche Finsternis sind. Ein örtlicher Ausdruck von Christus sollte bedeuten, dass es da ein effektives Licht gibt, sowohl für das Volk Gottes (die Leuchter) und für die Welt (die Sterne). Die Menschen, die mit einer solchen örtlichen Gemeinde Kontakt haben, sollten die Kraft der Lehre fühlen, sollten durch sie beeinflusst werden, und sie sollte für sie fruchtbar sein. Das ist nicht bloß ein Test, sondern es ist ein Zeugnis für das, wofür der Herr gesorgt hat. Sind es Leute, die im Genuss des himmlischen Lichts leben, das sie durch dieses Gefäß empfangen haben? Wird die Sünde gerügt und aufgedeckt? Werden Sünder überführt? Empfangen die Verwirrten Verständnis durch dieses Gegenwärtigwerden von Christus?

2. Himmlisches Leben

Der Herr sagte, der Grund für sein Kommen in diese Welt sei, «damit sie Leben haben». Daher sollte seine Gegenwart in einer Ortschaft mittels der dortigen Gemeinde bedeuten, dass alle, die da kommen und gehen, eine himmlische Lebendigkeit registrieren. Nicht bloß Aufregung, Lärm, Aktivität, etc., sondern ein Leben, das nicht von dieser Welt ist. Es sind nicht tote Formen oder Bräuche. Es sind keine festgefahrenen Geleise. Durch all das, was da vorkommt und geschieht, wird Leben vermittelt. Man erlebt eine geistliche Erhebung wie durch Auferstehungsleben. Keine Schwermut!

3. Himmlische Speise

Wiederum, wie wir schon zuvor gesehen haben, bedeutete die Gegenwart Christi Brot für die Hungrigen. Schon das «Erbarmen» Christi bedeutete, dass er es nicht ertragen konnte, die Leute hungrig kommen und wieder weggehen zu sehen. Ein wahrer örtlicher Ausdruck von Christus bedeutet, dass diese Gruppe seines Volkes nicht nur für sich selbst, sondern für alle Hungrigen, für alle geistlich Hungrigen, einen Überfluss an Speise hat. Es wird ein Haus des Brotes sein, wo niemand unernährt bleibt. Die Speise wird nicht auf die Örtlichkeit beschränkt sein, sondern wird auch für viele darüber hinaus zur Verfügung stehen.

4. Himmlische Gemeinschaft

Ein beeindruckender Gesichtspunkt von Christus, als er persönlich unter Menschen anwesend war, war die Art, wie er die Dinge, welche die Menschen in dieser Welt trennen, transzendierte. Er machte nie den Versuch, alles und jeden durch Organisation, Institution, Denomination, Klasse Kategorie, Formen, Systeme, etc. in eine Uniform zu zwängen. Jeder Typ und jedes Temperament, vorausgesetzt, es war frei von Vorurteilen und Heuchelei, und hatte ein offenes Herz und ein Bewusstsein für geistliche Bedürfnisse, fand in ihm einen gemeinsamen Grund der Gemeinschaft und Einheit. Er erhob sich ganz einfach über die trennenden Dinge, und wenn die Leute sich ihm zuwandten, stellten sie fest, dass das, was sie vorher getrennt hatte, einfach nicht mehr vorhanden war. Christus wurde zu ihrem gemeinsamen Grund.

So sollte es in jedem örtlichen Ausdruck von Christus sein. Fragen von Zugehörigkeit, Denomination, Sekte, Tradition, etc., sollten gar nicht auftauchen, sondern in der Gegenwart der Wärme der Gemeinschaft und der vollständigen Beschäftigung mit Christus verschwinden. Der einzige wirksame Weg zu echter Einheit, zu himmlischer Gemeinschaft, ist der eines höheren als bloß irdischen Grundes - die Liebe des Himmels.

5. Himmlische Ordnung

Alle vier Dinge, die wir bis jetzt als Merkmale eines echten, örtlichen Ausdruckes von der Gemeinde und von Christus erwähnt haben, empfangen Hilfe oder werden behindert durch die Gegenwart oder Abwesenheit einer himmlischen, geistlichen Ordnung. Alle Anstellungen, Positionen, «Ämter» sollten durch das entschiedene Zeugnis des Heiligen Geistes vorgenommen werden. Nicht durch menschliche Wahl, weder durch andere noch durch die Ambition einer bestimmten Person. Als Ergebnis von viel Gebet durch die Gemeinde sollte offenbar werden, auf wem die Salbung und die Gabe ruht, so dass die Funktion derer, die irgend eine Position der Leiterschaft innehaben, klar bedeuten sollte, dass die Gemeinde inspiriert, gestärkt und aufgebaut wird. Fehlt diese himmlische Ordnung, existiert ein Element der Künstlichkeit, ein Bemühen, etwas zu produzieren und in Gang zu halten. Selbst die höchste Ebene eines Genies liegt weit hinter dem geringsten Maß göttlicher Inspiration zurück. Es ist diese göttliche Inspiration, die allen göttlichen Dienst und alle Funktionen bestimmt. Es gibt keine Anstrengung und keinen Knorz, wo die Salbung ruht, vielmehr Spontaneität, Freiheit und Gesalbtsein. Öl war stets ein Symbol für den Heiligen Geist, und wo er ist, da sollten die Dinge wie in Öl laufen.

Das ist keinesfalls ein unmöglicher Standard, sondern ein normaler Ausdruck für die Herrschaft und die Stellung Christi als Haupt.

Was Gott verlangt, macht er auch möglich.


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Übersetzt von
Manfred Haller
 

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