Gottes geistliches Haus
von T. Austin-Sparks

Kapitel 1 - Die Erhöhung des Sohnes Gottes

Schriftlesung: 1. Chronik 22,1-19; 28,5-7; 29,20.22-25; Apg. 2,30-36); 7,47-49; 1. Petrus 2,4-5; Hebr. 3,6; 12,5.9; Eph. 1,20-23.

Ich habe mich kürzlich sehr stark mit der Frage der Sohnschaft im Hause Gottes beschäftigt, und das brachte mich zur Schlussfolgerung, dass etwas davon die Botschaft des Herrn für diese Konferenz sein sollte. Es gibt viele Aspekte dieses geistlichen Hauses. Wie viele davon wir uns ansehen können, werden wir am Ende sehen.

Es ist ganz klar, dass diese Angelegenheit sehr relevant ist in Bezug auf das, was zu dieser Stunde auf dieser Erde geschieht. Ganz sicher liegt darin eine sehr reale und lebendige Botschaft an das Volk es Herrn, und ich vertraue darauf, dass wir versuchen werden, uns auf diese Sache einzustellen und sie nicht nur als ein weiteres Maß an Bibelbelehrung zu betrachten, mit der wir mehr oder weniger bereits vertraut sind.


Christus erhöht auf den Thron -
die Grundlage für das Zeugnis

Wir werden mit dem beginnen, was die Schrift so klar als Anfangspunkt des Hauses Gottes bezeichnet, nämlich, die Erhöhung des Sohnes zum Platz höchster Autorität und Herrlichkeit. Das geistliche Haus (welches Haus wir sind) existiert vorausblickend zu genau dem Zweck, die Tatsache der Erhöhung des Sohnes Gottes zu proklamieren und darüber zu frohlocken. Die Abschnitte, die wir aus dem Alten Testament gelesen haben, die prophetischen Charakter haben und die alle auf das geistliche Haus (Gottes) hinweisen, betonen alle diese Tatsache und zeigen sie im Typus auf wunderbare und klare Weise. Davids größter Sohn - denn Gott hat ihm viele Söhne gegeben - wurde so als einer ins Blickfeld gerückt, der von Gott auserwählt worden war, an einen Platz der Herrlichkeit und Macht erhöht zu werden, hoch über alles, was je einem vor ihm gegeben worden war. Und es ist interessant, zu beachten, dass, auch wenn Salomo von Gott für diese Position bestimmt und auserwählt worden war, er nicht als solcher hervortrat, bis jemand anders für ihn um diese Position bat. Vielleicht erinnert ihr euch an den kleinen Vorfall, als Adonija sich auf schlaue Weise an den Thron heranmachte, um das zu bekommen, was Gott Salomo zugedacht hatte. Durch diesen schlauen Schachzug, den Thron, der für einen andern bestimmt war, zu usurpieren, wurde Salomo sofort designiert, vorgestellt und als den von Gott Auserwählten proklamiert. Das nur im Vorbeigehen; aber es ist doch interessant, dass in dem Moment, als der Sohn Gottes und Gottes Bestimmung hinsichtlich seines Sohnes angegriffen wurden, und jemand durch eine Verschwörung nach seinem Thron trachtete, der Herr Jesus gekennzeichnet und als derjenige ans Licht gebracht wurde, den Gott erwählt hatte. Das ist etwas, das sich immer wieder ereignet. So war es im Fall Salomos. Und so war es auch im Fall des Herrn Jesus an Anfang dieser Heilszeit. Und es wird am Ende wieder geschehen, wenn der Antichrist seinen Anspruch auf Weltherrschaft geltend machen wird. Dann wird Gott seinen Sohn als den, der auserwählt und für diese Position gesalbt wurde, herausstellen, und alles wird dann in aller Öffentlichkeit seinen Füßen unterworfen werden, wie sie es jetzt schon sind, zumindest geistlich und potentiell.

Das Haus, das von und durch Salomo entstand, kam besonders auf der Basis von Salomos Erhöhung zustande, auf der Grundlage dessen, dass er der (von Gott) Bestimmte war und dass Gott alle Dinge in ihm zusammengefasst hatte. Als Salomo in seine Stellung eingesetzt wurde, trat das Haus ins Dasein; und alle Dinge, die über Salomo gesagt werden, sind wunderbar. Sie sprechen alle von seiner Herrlichkeit, von seiner Macht, von seinem Reichtum, von Gottes Gedanken für den, der den Thron innehaben sollte, und das haus wird zum eigentlichen Symbol der Herrlichkeit des Herrn, der Erhöhung des Königs. Das Haus, das für den Herrn gebaut werden soll, soll über alle Maßen großartig werden. Dieses Haus widerspiegelt den König, den einen, welcher im Typus der Sohn über das Haus ist.

Durch diese alttestamentlichen Schriftstellen sehen wir einfach voraus, was wir im Neuen Testament haben, und so können wir sogleich zu dieser ersten und vorrangigen Sache über das geistliche Haus kommen, dessen lebendige Steine zu sein wir berufen sind, dass schon unsere Existenz für die Proklamation der Erhöhung des Sohnes Gottes da ist, und zwar sowohl durch das, was wir sind, als auch durch unser Zeugnis.

Nun, alles beginnt da, bei der Erhöhung Christi, und das zuerst einmal im Himmel. Als er zur Rechten Gottes erhöht war, nahm die Gemeinde ihren Anfang. Alles ging aus dieser Tatsache hervor, und am Anfang waren geistlich gesehen die Dinge in der Gemeinde sehr herrlich und äußerst wunderbar. Ich habe keinen Zweifel darüber, dass Engel von dem Kenntnis nahmen, was damals zur Ehre und zum Lobpreis Gottes vor sich ging, und wir haben auch Grund zu glauben, dass auch Dämonen ungeheuer beeindruckt waren. Alles leitete sich von der Erhöhung des Sohnes Gottes her, dieses «Größeren als Salomo».


Das wesentliche Gegenstück
zur himmlischen Erhöhung

Aber auch wenn das wahr bleibt und viele Segnungen damit verbunden sind, muss die Erhöhung des Herrn Jesus für uns, wenn sie praktische Anfänge zeitigen soll, eine innere Angelegenheit werden; der Anfang von allem macht es für uns notwendig, dass es für diese Erhöhung des Sohnes (zur Rechten Gottes) in unseren Herzen ein Gegenstück gibt. Das, was Gott meint, indem er seinen Sohn verherrlicht hat, muss eine geistliche Realität in unserem Innern sein. Er muss eine absolute Inthronisierung (in uns) erfahren, wobei alle Dinge ihm unterworfen werden. Beachtet bitte, wie der Bericht über Salomos Inthronisierung endet. «Und alle Obersten und Gewaltigen, auch alle Söhne des Königs David unterwarfen sich dem König Salomo» (1. Chronik 29,24). Er wurde doppelt inthronisiert - «Sie salbten Salomo zum zweiten Mal zum König». Hier habt ihr einen zweiten Grund, wenn es überhaupt einen gibt, für einen «zweiten Segen». Ihr redet von einem «zweiten Segen». Hier habt ihr es, genau das ist es, diese zweite Sache. Was Gott im Himmel getan hat, vollzog sich auch in unseren Herzen. Wir haben allen Grund zu frohlocken und uns mächtig gesegnet zu fühlen, dass Gott Jesus von den Toten auferweckt und ihn zu seiner Rechten erhöht hat. Ungeheure Dinge hängen für uns davon ab. Doch «der zweite Segen» besteht darin, dass dies in uns zu einer Realität wird, und dass das, was im Himmel in Bezug darauf dass alle Dinge seinen Füßen unterworfen worden sind, indem sie sich ihm unterwarfen, auch im Königreich unseres persönlichen Lebens wahr wird. Das ist der Weg der Fülle des Segens.

Alles entspringt, wie ich gesagt habe, entspringt daraus, beginnt hier. Das Leben selbst beginnt erst wirklich, wenn Jesus im Innern absoluter Herr ist. Wir gelangen nicht in die Fülle des Segens, wenn Jesus nicht mehr (für uns) ist als ein Erlöser. Die Fülle des Segens lernen wir erst kennen, wenn er Herr ist und alls innerhalb unseres herzens unter seinen Füßen liegt und sich ihm unterwirft. Das ist der Weg des Segens. Seht ihr, der ganze Segen, den Gott dem Menschen zugedacht hat, die Fülle dessen, was als Erbe des Menschen gedacht war, ging verloren, weil Satan, indem er versuchte, den Platz des Sohnes Gottes als Herrn zu usurpieren, durch seine Propaganda auf schlaue Weise vorging und den Menschen glauben machte, er würde alles verlieren, wenn er Gott unterworfen bliebe. «Warum nicht selbst sein wie Gott?», sagte er. Mit andern Worten: Warum ein Leben führen, das dadurch begrenzt wird, dass wir Gott untertan und vollständig von ihm abhängig sind? Entlang dieser Linie hat der Mensch die ganze Fülle verloren, jetzt aber kommt diese Fülle dadurch zurück, dass wir uns dem Sohn Gottes absolut unterwerfen, und dass wir ihm auch alle Dinge unterwerfen. Das war ja die große Lüge Satans, und deshalb sieht Satan es nicht gern, wenn Jesus Christus Herr wird, und warum er jeden Dienst so stark bekämpft, der dieses Ziel im Blick hat, den Herrn Jesus im Hause Gottes an seinen rechtmäßigen Platz als erhabenen Herrn zu bringen. Denn dadurch wird seine Lüge bloßgestellt, und das Werk, das er durch diese Lüge vollbrachte, zunichte gemacht.

Bei all dem dreht es sich um die Frage der universellen Herrschaftsstellung von Jesus Christus, und es ist genau das, was heute wie nie zuvor in der Geschichte dieser Welt als vordringlichste Frage herausragt. Wer wird in Gottes Universum letztendlich Herr sein? Wer wird die Weltherrschaft innehaben? Der Feind versucht immer noch, dieses Ziel durch den Menschen zu erreichen, und zwar entlang der Linie der Lüge, und wir haben noch nie zuvor erfahren, wie ungeheuerlich, wie universell und so heimtückisch in der Anwendung seine Methode ist - die Lüge! Und zwar in solchem Maße, dass während der vergangenen Monate die Welt über dieser Frage fast auseinander barst. Wem kann man noch vertrauen? Wem kann man noch Glauben schenken? Wer redet denn die Wahrheit? In welchen Menschen kann man noch Vertrauen haben? Es hat sich über die ganze Erde eine solche Atmosphäre der Diskreditieren durch Lügen ausgebreitet, dass die Menschen selbst die Mitglieder ihrer eigenen Familie anschauen und sich fragen, ob man ihnen noch trauen könne. Das ist in vielen Ländern eine schreckliche Realität. Sie wagen es nicht, selbst in einem sehr begrenzten Kreis ihren Mund zu öffnen, weil man niemandem trauen kann, weil das Vertrauen fast bis an den Boden erniedrigt wurde. Die Lüge, die Propaganda der Lüge: und dies alles, merkt euch, mit diesem einen Ziel im Blick, nämlich, die Weltherrschaft an sich zu reißen. Das ist Satans Werk hinter dem, was wir vor sich gehen sehe, und wenn der Herr Jesus Christus seinen Platz als absoluter Herr in euch und in mir bekommt, dann entsteht etwas, das erklärt, dass Satan besiegt worden ist; die Lüge wird aufgedeckt. Die Wahrheit ist, dass die Unterwerfung unter Jesus Christus nicht ein elendes Leben als Vasall bedeutet. Es ist ein Leben des Triumphs, ein Leben des Sieges, ein Leben der Herrlichkeit, ein Leben der Fülle. Es ist das Blendwerk des Feindes an den Menschen, das sie glauben lässt, dass zum Herrn zu gehören, den Herrn in ihrem Leben zu haben bedeute, dass sie alles verlieren würden, was wertvoll ist, dass man unterdrückt werde, dass man die ganze Zeit als armselige Kreaturen herumkriechen müsse, dass man dann kaum imstande sei, das Haupt zu erheben, dass man als Bettler herumlaufen müsse. Das ist die Lüge Satans. Das Alte Testament bringt es hier so deutlich heraus, dass wo alle Dinge dem von Gott eingesetzten König unterworfen waren und die Menschen sich selbst ihm unterwarfen, es sich um eine Zeit der Fülle handelte, wie sie das Volk vorher nie gekannt hatte. Und so ist es auch, wenn Jesus im Innern Herr ist wie im Himmel.

In jenen Tagen, die dem großen Tag von Pfingsten folgten, kannte die Gemeinde etwas von der Befreiung, der Ausdehnung, des Reichtums, der Herrlichkeit, Kraft und Fülle, und alles entsprang der Tatsache, dass Jesus der Herr war. Sie lebten auf dieser Grundlage, und in der Wertschätzung dieser großen Tatsache. Das Leben begann hier, das Zeugnis begann und beginnt hier, und all unser Dienst für den Herrn sollte daraus hervorgehen. Es gibt keinen wahren Dienst, der nicht dieser Tatsache der Herrschaft von Jesus Christus entspringt. Seht ihr, jede Erweckung und jede geistliche Erneuerung geschah dadurch, dass der Herr seinen Platz wieder einnehmen konnte. Geht noch einmal durch das Alte Testament, und ihr findet Ereignis um Ereignis, da der Herr an seinen Platz zurückgebracht wurde - es war eine wunderbare Zeit. Denkt zum Beispiel an die Zeit von Hiskia, von Josia, da dem Herrn auf wunderbare Weise sein Platz wieder gewährt wurde. Sie kehrten zurück, um den Herrn als Herrn in ihrer Mitte auf eine äußerste und volle Weise wieder zu inthronisieren, und es war eine großartige Zeit. Wenn ihr eure Augen über die Geschichte gleiten lasst, dann stellt ihr fest, dass alle echten Aufbrüche - nennt sie Erweckungen oder Erneuerungen - sich um diese eine Sache gedreht haben, dass der Herr an seinen Platz zurück gebracht wurde. Der Platz als absoluter Herr wurde ihm wieder eingeräumt, und die Leute warfen sich vor ihm nieder. Das war das Geheimnis davon, und so ist es heute noch.

Was für die Geschichte gilt, gilt auf eine wahre Weise und im erweiterten Sinne auch für das individuelle Leben. So vieles von unseren Problemen, unseres Abfalles, unserer geistlichen Schwachheit und unseres Versagens geht darauf zurück, dass er nicht Herr ist. Wir sind dankbar, ihn als Erretter zu kennen, wir glauben, dass er verherrlicht im Himmel ist, aber über bestimmte Punkte herrschen viele Kontroversen unter uns. Und alles hat mit dieser einen Sache zu tun, nämlich, seiner äußersten Herrschaft im Innern, und wenn dann diese Dinge und Kontroversen geklärt sind, erfahren wir ein neues Aufwachen des Lebens. Ihr könnt stets eine kleine Erweckung in eurem Herzen haben über irgend einem Punkt, wo der Herr mit euch eine Kontroverse hat. Prüft es nach! Es mag sich nur um einen einzigen Punkt handeln, aber ihr wisst, dass es dieser eine Punkt ist, der euch aufhält. Ihr müsst in dieser einen Sache Klarheit gewinnen, und wenn ihr schließlich mit dieser einen Sache vor dem Herrn niederfallt, und sie seinen Füßen unterwerft, dann erfahrt ihr eine kleine Erweckung in eurem Herzen, und ihr geht mit neuem Leben, mit einem neuen Zeugnis, mit neuer Freiheit daraus hervor. Dehnt das über alles aus, und das Reich Gottes ist gekommen. Genauso verhält es sich.

Das Kreuz und die Herrschaft Christi

Nun, dieses sein geistliches Haus wurde zu keinem anderen und keinem größeren Zweck geschaffen, als dazu, als vollständig im Genuss der Proklamation der Erhöhung des Herrn Jesus zu stehen. Wenn ihr darüber nachdenkt, ist nicht genau dies die erste und tiefste Bedeutung und der Zweck des Kreuzes? Das Kreuz mag vieles tun, viele Fragen und Punkte berühren, doch wenn ihr an den tiefsten Punkt der Bedeutung des Kreuzes gelangt, dann geht es um die Absetzung anderer Götter. Das war die große Angelegenheit im 24. Kapitel Josuas, wie ihr euch erinnern werdet. Beim Überblicken der ganzen Situation hatte Josua ganz Israel vor sich, und er beginnt weit zurück mit der Geschichte zur Zeit von Abrahams Vater. «Abrahams Vater lebte in Ur in Chaldäa und diente andern Göttern. Dann verlies Abraham den Dienst für die Götter seines Vaters, überquerte den Fluss und kam ins Land hinein. Danach kamen eure Väter nach Ägypten, und dort beteten sie die Götter Ägyptens an; dann aber kamen sie auch daraus heraus, überquerten den Fluss erneut und dienten schließlich dem Herrn. Die ganze Frage drehte sich um die andern Götter und um den Fluss, der jedesmal zwischen den andern Göttern und dem Herrn stand. Nun denn, wie steht es mit euch? sagt Josua. Wollt ihr zulassen, dass der Fluss wirklich für das steht, was er wirklich bedeutet? Lasst ihr wirklich zu, dass dieser Fluss zwischen euch und den andern Göttern steht, die ihr in Ägypten anbetetet und denen ihr dientet? «Was aber mich und mein Haus betrifft, wir wollen dem Herrn dienen». Wie steht es mit euch? So stand der Fluss also stets in Beziehung zu andern Göttern. Das Kreuz berührt in seiner tiefsten Bedeutung andere Götter, andere Herren, andere Gegenstände der Anbetung, es nimmt die Güter unseres Leben, setzt sie alle ab und bringt den Herrn an seinen Platz, so dass wir sagen: «Was mich und mein Haus betrifft, so wollen wir dem Herrn dienen». Das ist die Bedeutung des Kreuzes. Es rührt an alles, das sich der absoluten Herrschaft von Jesus Christus in den Weg stellt. Genau da setzt es an.

Der Herr Jesus,
erhöht als unser Verwandter

Dann aber ist da noch eine weitere sehr gesegnete Tatsache im Zusammenhang mit der Erhöhung des Herrn Jesus: Er ist als unser Verwandter erhöht worden. Die Erhöhung Christi ist die Erhöhung unserer Bruders. Das geht, wie ihr seht, aus dem Bericht hervor. David sagte: «Von allen meinen Söhnen (denn Jahwe hat mir viele Söhne gegeben) hat er Salomo, meinen Sohn, erwählt, dass er auf dem Thron des Königtums Jahwes über Israel sitze» (1. Chronik 28,5). Dann später, von Salomos Inthronisierung redend, sagt der Bericht: «Und alle Söhnen Davids beugten sich und huldigten Salomo und unterwarfen sich ihm» . Eine große Sache - wie alle Brüder zu ihm aufblicken als zu dem, der auf dem Thron sitzt, und ihn so als König anerkennen. Das ist ein permanenter Faktor in allen typologischen Darstellung der Erhöhung des Herrn Jesus.

Im Buch Samuel wiederum habt ihr jene Zeit beschrieben, als Abschalom den Thron usurpierte und dadurch eine Menge Elend und Leiden über das Volk brachte, dem er so viel versprochen hatte; und dann wurde Abschalom geschlagen und das Volk strandete. Eine Zeitlang befand sich alles in einem Zustand der Ungewissheit, bis sich unter dem Volk ein Fragen erhob und einer sagte: «Warum sagt niemand ein Wort darüber, dass der König zurück gebracht werden soll?». Dies wurde zu einem Gerücht, und es gelangte auch dahin, wo David war. David hörte, was gesagt wurde, und er ging darauf ein und schickte eine Nachricht zu Zadok und Abiathar an das Volk, die folgendes zum Ausdruck brachte: «Ich bin von eurem Fleisch und eurem Gebein; ihr seid meine Brüder: Warum sagt ihr kein Wort darüber, dass ihr den König zurück bringen wollt?» Sein Appell für seinen (rechtmäßigen) Platz erfolgte auf der Basis seiner Verwandtschaft, und sie brachten ihn auf der Basis dieses Appells zurück.

Nun, welches ist die Bedeutung und der Wert dieses Sachverhalts? Nun, Gott hat unseren Bruder erhöht, Gott hat unseren Verwandten erhöht, und dieser Verwandte ist Gottes Sohn, und er wird, wie sich der Apostel ausdrückt, viele Söhne zur Herrlichkeit bringen, weil er der Erstgeborene unter vielen Brüdern ist. Die Erhöhung unseres Verwandten bedeutet, dass die Familie erhöht wird. Seine Inthronisierung ist das Angeld für unsere eigene; und, ihr Lieben, wir sind uns nie sicher, unsere eigene Erhöhung, unsere Fülle, zu erreichen, es sei denn, wir gewähren dem Herrn Jesus seinen Platz uns unser Verwandtschafts-Stellverteter. Es handelt sich um eine erhöhte Familie, es handelt sich um einen Haushalt, seht ihr. Gottes Haus für den Sohn, und dann auch für die Söhne. Aber zuerst muss der Sohn seinen Platz haben, bevor die Söhne den ihren bekommen können. Doch wenn er seinen Platz hat, dann wird auch den Söhnen der ihrige garantiert. Unser Verwandter ist erhöht, und das sagt eine ganze Menge; denn er ist nicht einfach als ein Despot erhöht worden, als bloßer offiziell eingesetzter Monarch, ob wir das gern haben oder nicht - Gott hat ihn ausgesucht, ihn erwählt, ihn in diese Position eingesetzt: Nun denn, beugt eure Knie! Oh nein; Er ist unser Bruder, unser Verwandter, und da besteht eine solche Bindung, ein solches Bindeglied, eine solche Einheit des Lebens, dass er nicht unabhängig von uns dort sein kann. Es besteht eine innere, geistliche Einheit mit ihm in seiner Erhöhung, die auf etwas sehr großes hindeutet.

Vielleicht kann ich das am besten illustrieren, indem ich euch Mordechai in Erinnerung rufe. Ihr kennt wiederum Haman, eine weitere Figur im Gefolge der vielen Usurpatoren, und Hamans teuflischen Plan, alle Juden zu vernichten. Mordechai befindet sich in einer verworfenen Position, er war ausgebootet. Dann aber, durch eine jener Handlungen der göttlichen Souveränität, die selbst eine schlaflose Nacht zu ungeheuerster Bedeutung in der Geschichte erhebt, konnte der König eines Nachts nicht schlafen. Wenn doch alle unsere schlaflosen Nächte für den Herrn so nützlich wären wie die seine! Er befahl, man solle ihm das Buch der chronischen Aufzeichnungen der Ereignisse bringen, und man las dem König daraus vor; und so erfuhr er etwas über Mordechai. Jemand hatte seine Hand gegen den Thron erhoben, und ein gewisser Mann, ein Jude, hatte die Sache ans Licht gebracht und dadurch das Leben des Königs gerettet. Darauf sagte der König: «Welche Ehre und Würde hat man diesem Mordechai für seine Tat erwiesen?» Denn geht die Geschichte weiter und erreicht den Punkt, da Haman eines Tages nach Hause zu seiner Frau und zu seinen Freunden geht und ihnen mitteilt, was geschehen war. Er, der glaubte, er würde durch den König geehrt werden, musste diese Ehre Mordechai erweisen, und während er ihnen dies erzählte, war die ernüchternde Antwort an Haman folgende: «Wenn Mordechai, vor dem du angefangen hast, zu fallen, vom Samen der Juden stammt, wirst du nichts gegen ihn ausrichten können, sondern du wirst mit Sicherheit vor ihm zu Fall kommen!» Wenn er vom Samen der Juden ist, kannst du nicht gewinnen, dann sind deine Tage gezählt! Seht ihr, es hat etwas auf sich. Es ist diese Verwandtschaft mit den Juden auf Seiten des Erhöhten, das sowohl ihre Befreiung als auch die Vernichtung des Feindes sicherstellt.

O Ja, diese Verwandtschaft mit dem Erhöhten bedeutet für uns die Befreiung und den Sturz des Feindes. Sehr viel hängt mit der Erhöhung des Herrn Jesus zusammen, und Satan weiß das. Er weiß, dass seine Tage gezählt sind, wenn Christus in irgend einem Leben erhöht wird. Wenn wir zu dieser Erhöhungs-Vereinigung mit dem Herrn Jesus in unserem Herzen gelangen, ist Satan verzweifelt. Genau so ist es.


Die Notwendigkeit für Fleiß und Disziplin
im Licht des kommenden Tages

Nun gut, wir müssen irgendwo aufhören, und ich denke, wir bleiben hier stehen, indem wir aufzeigen, dass dieses Haus, mit seiner ganzen Bedeutung der Sohnschaft, mit dem Sohn und den Söhnen im Hause Gottes, eine geistliche Bedeutung für die Gegenwart hat. Es ist etwas, das jetzt auf eine geistliche Weise realisiert werden muss. Es ist in der Tat die große geistliche Angelegenheit für alle Kinder Gottes. Wenn wir fragen: Welches ist der entscheidende Punkt in dieser Heilszeit, was Gott und sein Volk betrifft, dann lautet die Antwort gewiss so, dass es ein Haus, ein geistliches Haus geben soll, das im Genuss der Erhöhung des Herrn Jesus steht. Das ist der springende Punkt, und das sollte jetzt eine geistliche Angelegenheit sein.

Aber ich möchte euch auch ins Gedächtnis rufen, insofern es die Manifestation betrifft, dass diese Sache in der Zukunft liegt; und darüber hängt dieses wunderbare und furchtbare Wort «wenn». «Christus als der Sohn, über das Haus Gottes, dessen Haus wir sind, WENN...» Hebräer 12, das davon redet, dass Gott mit uns wie mit Söhnen verfährt, enthält ebenfalls ein großes «wenn«. «Wenn ihr Züchtigung erduldet, verfährt Gott mit euch wie mit Söhnen». Es ist eher eine seltsame Art, sich auszudrücken. Es sieht fast so aus, als wärt ihr kein Sohn, wenn ihr keine Züchtigung erduldet. Nun, genau das ist auch gemeint. Das «wenn» steht im Blick auf die Tatsache da, dass wir, ihr und ich, noch nicht in die Fülle der Sohnschaft gekommen sind. Es wird die Manifestation der Fülle der Sohnschaft sein, welche das Haus Gottes in all seiner Herrlichkeit einführen wird. Es ist etwas Zukünftiges, etwas Voraussichtliches. Wenn... wenn...

Beachtet in diesem Zusammenhang, wie Israel in der Wüste so oft als eine Warnung heraufbeschworen wird. Sie wurden nicht in Gottes beabsichtigten Sinne sein Haus. Sie gingen in der Wüste zugrunde. Sie erduldeten keine Züchtigung. Sie ließen nicht zu, dass Gott mit ihnen wie mit Söhnen verfuhr entlang der Linie der Kindererziehung. Sie gelangten nicht zur ihrer Annahme an Sohnesstatt. Sie verpassten die Herrlichkeit des Erbes des vollen Vorsatzes Gottes; und das wird im Korinther- und Hebräerbrief als Warnung herüber gebracht. Wir sind sein Haus, wenn... wenn... wenn...

Nun, welche Bedeutung hat das alles? Oh, es ist dies. Was der Sohn Gottes in Herrlichkeit (bereits) ist, wird er nun schrittweise in uns. Christus wird in uns mehr und mehr als der Sohn über das Haus Gottes ausgedehnt. Ich denke, es ist so offensichtlich, dass es kaum einer Erläuterung bedarf, dass unsere geistliche Erfahrung unter der Hand Gottes stets mit dieser Sache im Blickfeld verläuft. All unsere Schwierigkeiten mit dem Herrn, all unsere schlechten Zeiten, geschehen aufgrund des Prinzips der Unterordnung unter den Herrn im Hinblick darauf, dass der Herr seinen Platz bekommt. Ist es nicht so? Der Herr kommt uns auf die Schliche, indem er uns als Kinder erzieht. Nehmt ein Kind und fangt an, es zu erziehen, und ihr werdet feststellen, was im Kind steckt, ob das Kind gefügig ist oder nicht, ob das Kind eurer Führung folgt oder nicht. Stellt das Kind unter Disziplin, und ihr findet heraus, welche Rebellion sich in der Natur dieses Kindes befindet. Genauso verfährt der Herr mit uns.

Das Wort «Züchtigung» ist etwas unglücklich, weil es in unserem Verständnis mit Strafe verwechselt wird. Es bedeutet jedoch nichts dergleichen. Gott straft seine Kinder keineswegs. Die eigentliche Bedeutung ist «Kinder-Erziehung», doch Satan verdreht Gottes Art, mit uns umzugehen, in unserem Sinn stets zu einer Strafe. Aber so ist es nicht. Worauf er bei uns hinarbeitet, ist dies, dass er uns an einen Platz bringen möchte, wo er vollständig Herr ist, wo er mit uns tun kann, was er will, und wir nichts mehr hinterfragen. Keiner von uns hat diesen Punkt bereits erreicht, aber genau das ist es, was der Herr tut, und es gibt ein großes «wenn», wie ihr seht. Natürlich können wir sagen, wir möchten diese Disziplin nicht mehr, wir möchten damit nichts mehr zu tun haben. Nun, der Thron steht im Blickfeld, und dies nicht nur für ihn, sondern auch für uns. Der Herr hat eine große Absicht mit seinen Söhnen in Verbindung mit dem Sohn als Miterben und als Mitherrscher in seinem Universum. Und das alles entspringt der Tatsache, dass Jesus Christus Herr ist, sowohl im Himmel als auch in uns, und auch dass diese Herrschaft auf vollkommene Weise in uns hineingewirkt worden ist. Unsere ganze Erziehung verläuft in dieser Richtung. Sie ist also nach vorne ausgerichtet, sie ist zukünftig, und das «wenn» ist immer dabei. Wir sind Gottes Haus, wenn... Möge der Herr so in uns triumphieren, dass dieses «wenn» mächtig an Gewicht und Kraft und Platz verliert, und dass es schließlich vollständig zu existieren aufhört, so dass wir wirklich sein Haus sind.


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Übersetzt von
Manfred Haller
 

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