Gottes geistliches Haus
von T. Austin-Sparks

Kapitel 5 - Das beherrschende Gesetz des Hauses Gottes

Schriftlesung: Hesekiel 47,1-12; 1. Petrus 2,4-5

Wir fahren jetzt nicht weiter mit einer weiteren Betrachtung der Hauptgesichtspunkte des geistlichen Hauses Gottes, sondern überlassen das einer anderen Konferenz. Vielmehr wollen wir die Gesichtspunkte, die wir bereits betrachtet haben, an die Messlatte ihres eigenen regierenden Gesetzes setzen, nämlich das Leben und das geistliche Wesen. «Lebendig», «geistlich», das sind zwei große Worte in diesem Abschnitt - «ein lebendiger Stein», «lebendige Steine», «ein geistliches Haus», « geistliche Schlachtopfer».

Damit niemand Schwierigkeiten mit dem zweiten Wort - geistliches Wesen ( spirituality) - bekommt, wollen wir in aller Kürze festhalten, dass «Geistlichkeit» einfach «die Herrschaft durch den Heiligen Geist» bedeutet; doch eine Herrschaft durch den Heiligen Geist auf eine solche Weise, dass wir einsgemacht werden mit dem Heiligen Geist in all seinen Standards, in seiner ganzen Art, die Dinge zu betrachten, wie er über über Dinge entscheidet, so dass wir, indem wir eins sind mit ihm, in keiner Weise durch natürliche Urteile, natürliche Standards, natürliche Überlegungen beeinflusst oder in Mitleidenschaft gezogen werden, sondern dass wir uns mit allen Urteilen, Werten und Wegen des Heiligen Geistes - mit der Art, wie er die Dinge sieht - identifizieren. Das ist kurz und umfassend, was mit «Geistlichkeit» gemeint ist: dass wir dem Heiligen Geist gemäß konstituiert werden, was andererseits bedeutet, dass alles ausgeschieden wird, was bloß und ausschließlich von unserem natürlichen Leben, Sinn, Herzen und Willen stammt.

Also dann, lasst uns einen Blick auf diese vier Gesichtspunkte des geistlichen Hauses werfen, dessen Haus wir sind, wenn wir dem Herrn gehören, und sie im Licht des Lebens und der «Geistlichkeit» betrachten.

Die Erhöhung des Herrn Jesus

Das erste, womit wir konfrontiert wurden, war dies, dass das geistliche Haus Gottes zu dem Zweck existiert, die Erhöhung des Herrn Jesus als Sohn Gottes darzustellen und zu proklamieren, die Erhöhung des Herrn Jesus auf den Thron des Vaters. Genau dafür existiert die Gemeinde, und auch wir existieren dazu, wenn wir das Haus Gottes sind. Doch ist das nicht einfach eine Wahrheit, eine Lehre, die verkündigt werden soll. Das ist nicht bloß ein Bestandteil des Glaubenbekenntnisses der Gemeinde - etwa so: «Jesus Christus wurde von den Toten auferweckt und zur Rechten der Majestät in der Höhe erhöht worden». Das ist nicht bloß eine unserer Überzeugungen, wie wir sagen. Es ist vielmehr etwas, das uns in geistlicher Hinsicht konstituieren und durch das Leben zum Ausdruck gebracht werden muss. Die Erhöhung des Herrn Jesus ist vor allen andern Dingen eine Angelegenheit des Lebens. Es war, als er zur Rechten der Majestät in der Höhe erhöht worden war, es war, als Gott ihn sowohl zum Herrn als auch zum Christus machte, es war, als er tatsächlich zur Rechten Gottes Platz nahm, hoch über alle Fürstentümer und Gewalten, Herrschaften und Mächte, dass der Heilige Geist aus seiner Gegenwart hervortrat und das, was im Himmel war, in der Gemeinde zu einer geistlichen Realität machte; und diese Realität wurde gekennzeichnet, demonstriert, bewiesen und wirksam durch die machtvolle Kraft seines erhöhten Lebens. Wir müssen geistlich auf der Basis von Christi Erhöhung konstituiert werden. Das heißt, etwas in uns muss geschehen, das eine lebendige geistliche Einheit mit der Erhöhung, der Herrschaft, der überragenden Position Jesu Christi herbeiführt. Es darf nicht etwas außerhalb von uns bleiben, wie wahr es auch immer ist. Wir müssen es tatsächlich sein; und, wie wir bereits gezeigt haben, der Eindruck der ersten Gläubigen auf die Welt, auf diejenigen um sie herum, wo immer sie waren, war der Eindruck der TATSACHE, nicht der Doktrin, nicht der Lehre, nicht einer bloßen Feststellung, sondern der TATSACHE, dass Jesus Christus erhöht war. Das traf die Situation im Kern, weil diese Tatsache ihre überragende Bedeutung im geistlichen Bereich hatte, und wir wissen sehr gut, dass alles Sichtbare, alles was es hier in dieser empfindenden Schöpfung gibt, eine geistliche Ordnung hinter sich hat.

Nie ist dies mehr in Erscheinung getreten und demonstriert worden als in der gegenwärtigen Weltsituation. Es gibt eine geistliche Ordnung der Dinge, die alles vorantreibt, beherrscht, manipuliert. Sie ist, wie viele in den vergangenen Monaten bezeugt haben, satanisch in ihrem Hintergrund. Die Erhöhung des Herrn Jesus findet dort ihre erste Registrierung, und erst, als sich diese Registrierung ereignete, war der Vordergrund wirklich davon betroffen. Menschen einzuschließen, den Lauf von Dingen aufzuhalten, ein Joch über Situationen zu bringen, Entwicklungen im Sichtbaren zu hemmen, um dies zu erkennen müsst ihr schon hinter die Kulissen dringen und eine bestimmte überlegene Realität registrieren gegen jene Mächte, die diese Dinge hervorbringen.

Nun, das ist Geistlichkeit. Der Apostel Paulus sagte viel darüber, und wir kennen seinen Sprache, mit der er diese Realität zum Ausdruck brachte. Zum Beispiel: «Die Waffen unseres Kampfes sind nicht fleischlich, sondern mächtig vor Gott zur Zerstörung von Festungen» (2. Kor. 10,4). Er hat zwar das Wort nicht ausdrücklich verwendet, aber es ist ganz klar, dass er meinte, die Waffen unseres Kampfes seien geistlicher Natur, sie würden hinter die Situation dringen: und ihr wisst auch, womit er sich in dem Augenblick befasste, als er diese Worte benutzte. Da waren die Korinther, die nach den Vorteilen der natürlichen Weisheit, natürlicher Bildung, der Weisheit und Macht dieser Welt trachteten, um dadurch Position, Einfluss, gesellschaftliches Niveau zu gewinnen. Sie waren fleischlich in ihrem Trachten nach fleischlichen Waffen, um damit die Überlegenheit in dieser Welt zu gewinnen. Das führte den Apostel zu jenem großen Diskurs über die Torheit und Schwachheit der Weisheit und der Stärke dieser Welt, und er sagte, dass ihr, um die Welt zu überwinden, ihr mehr braucht als nur die Waffen dieser Welt, die Menschen dieser Welt. Um das Fleischliche zu überwinden, benötigt ihr etwas mehr als fleischliche Waffen, und die Waffen unseres Kampfes sind nicht fleischlich, sondern mächtig durch Gott. Mit andern Worten: Sie sind geistlich. Denn wir kämpfen nicht gegen Fleisch und Blut in Form von Weisheit und weltlicher Macht, sondern «gegen die Herrschaften, gegen die Gewalten, gegen die Weltbeherrscher der Finsternis dieser Weltzeit, gegen die geistlichen Mächte der Bosheit in den himmlischen Regionen» (Eph. 6,12). Darum müssen unsere Waffen geistlich sein, und Geistlichkeit bedeutet grundsätzlich die Fähigkeit, hinter das Sichtbare, das Berührbare zu den unsichtbaren, den unberührbaren Mächten der Bosheit zu gelangen, um dort eure Überlegenheit zu registrieren: und diese Überlegenheit ist die Erhöhung des Herrn Jesus, hoch über alle Gewalt, Herrschaft, über Fürstentümer und Mächte. Das ist eine geistliche Angelegenheit. Das Haus Gottes ist eben zu diesem geistlichen Zweck ein geistliches Haus, nämlich, der Erhöhung Christi auf eine geistliche Weise gegen die geistlichen Mächte Nachdruck zu verschaffen. So werden die Werkzeuge jener bösen, geistlichen Mächte ihrerseits gefangen gesetzt werden. Es hat keinen Sinn, sich direkt an die Dinge heran zu machen. Ihr müsst die Ursache der Dinge treffen, und dann werden die eigentlichen Dinge entsprechend des Vorsatzes und der Absicht Gottes, entweder zerstört oder gefangen gesetzt und eingeschränkt werden, so wie es der Herr beabsichtigt. Es ist nicht des Herrn Absicht, jetzt schon Kriege vollständig zu stoppen, oder irgend etwas, das auf eine böse Weise vor sich geht, aber es gibt so etwas wie die Einschränkung der Dinge zugunsten des Vorsatzes Gottes; und ich habe das Gefühl, und ich appelliere an euch als des Herrn Kinder, dass wir engagiert sein sollten bei dieser geistlichen Registrierung der Autorität und Überlegenheit des Herrn Jesus im Unsichtbaren, vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Weltsituation, mit dem Ziel, die Dinge für den Vorsatz Gottes einzuschränken. Ich glaube, dass es dem Volk des Herrn möglich ist, jeden Luftangriff über dieses Land unter Kontrolle zu bekommen und ihn einzuschränken, ihm Gottes Einschränkung aufzuerlegen, und ich glaube auch, dass genau dies jetzt geschieht. Ich benutze das bloß, um zu illustrieren, worum es mir geht. Es ist eine erstaunliche Sache, wie die Dinge eingegrenzt worden sind. Wir haben wieder und wieder gesehen, was hätte geschehen können, und wie stark der Angriff abgewehrt werden konnte, auch wenn großer Schaden angerichtet worden ist. O, wie viel mehr hätte passieren können, doch das Erstaunliche von Tag zu Tag ist die Begrenzung, die auferlegt wurde. Gewiss ist das eine Ermutigung. Ich glaube, verantwortlich dafür ist etwas im Unsichtbaren, das durch die Gebete des Volkes Gottes in Bewegung gesetzt wurde. Das ist in der Tat ermutigend. Wir wollen uns unserem Dienst widmen. Das ist es, wozu die Gemeinde da ist.

So ist also das allererste dies, dass Jesus über alle Fürstentümer und Gewalten, die hinter der Finsternis dieser Welt stecken, erhöht wurde, und die Gemeinde ist durch Gebet und Zeugnis und durch ihr geistliches Leben hier, über diese Hintergrundmächte diese Überlegenheit des Herrn Jesus zu bringen. Es ist nicht eine Angelegenheit von Worten, von Lehren, von Glaubensbekenntnissen, sondern des Lebens, des Einflusses seines Auferstehungslebens.

Nun, wir beginnen hier. Das Prinzip ist, wie ihr seht, das Gesetz des Ausdrucks der Erhöhung Christi, Leben und Geistlichkeit.

Der Dienst des Hauses Gottes

Das Zweite, das uns hinsichtlich dieser Gesichtspunkte des geistlichen Hauses Gottes auffiel, war dies, dass es zum Wohlgefallen und zur Herrlichkeit Gottes existiert. Für die Herrlichkeit Gottes, für das Wohlgefallen Gottes wurde die Gemeinde geschaffen, zu seiner Befriedigung. Und hier bringen wir es auf diese Regel: Gott wird entlang dieser Linie von Leben und Geistlichkeit verherrlicht, und so empfängt er auch das, was seinem Wohlgefallen entspricht. Ihr könnt es an seiner Wirkung beurteilen. Wo immer ihr eine echte Mitteilung von Leben habt, habt ihr stets auch die Herrlichkeit Gottes, da wird stets Gott verherrlicht.

Das trifft natürlich auf die Schrift zu. Ihr erinnert euch: Das war der eine Punkt, den der Herr Jesus bei der Auferweckung von Lazarus in den Mittelpunkt stellte und zum überragenden Faktor machte. «Diese Krankheit ist nicht zum Tode, sondern für die Herrlichkeit Gottes». Und als er dann durch all den Zweifel und Unglauben hindurchdrang, der zwischen ihm und Lazarus stand, und sich der Situation annahm, erhob er schließlich sanft sein Herz zum Vater. «Vater, verherrliche deinen Namen! » Dann rief er mit lauter Stimme: «Lazarus, komm heraus!» Die Auferstehung von Lazarus, die Überwältigung des Todes geschah zur Verherrlichung Gottes, und das war eine geistliche Angelegenheit, das war der Triumph des Lebens in Christus. Nun, das ist die Herrlichkeit Gottes. Später heißt es, viele hätten an ihn geglaubt. Die Herrlichkeit Gottes wird weithin durch die Auswirkung dieses Prinzip des Lebens erkannt, das über den Tod triumphiert.

Nun, das ist ein großes Thema. Wenn ihr ins Alte Testament zurückgeht, könnt ihr sehen, dass im Falle jedes Dieners Gottes, nachdem dieser von Gott aufgegriffen worden war, ein Prozess von Tod und Auferstehung einsetzte. Ihr könnt einen beliebigen Fall nehmen, welcher immer euch beliebt. Am hervorragendsten bietet sich da Abraham an. Wie bedeutsam sind doch die Worte, welche die Ergreifung dieses Knechtes Gottes kennzeichnen. «Der Gott der Herrlichkeit erschien unserem Vater Abraham» (Apg. 7,2). Das legt Gottes Standard fest, und in Wirklichkeit heißt das: Nun, ich werde mit dir gemäß dem, was ich als der Gott der Herrlichkeit bin, verfahren, und das Ergebnis all meinen Handelns an dir wird für mich Herrlichkeit sein. Und kaum wurde Abraham durch den Gott der Herrlichkeit ergriffen, setzte auch schon dieser Prozess von Tod und Auferstehung ein. Es war ein Prozess, der ständig wiederkehrte. Abraham ging in eine erste Stufe und Phase und ein erstes Maß des Todes ein, und dann wurde, in (Form von) Auferstehung die Herrlichkeit Gottes sichtbar. Ständig, auf dem ganzen Weg, trat diese Erfahrung des Todes ein. Ich rede jetzt nicht vom physischen Tod, sondern von einer Wirksamkeit des Todes in seinem Leben auf eine geistliche Weise; vom Tod Dingen gegenüber, Tod gegenüber Beziehungen, Tod gegenüber Hoffnungen, Tod im Blick auf irdische Erwartungen, Tod gegenüber Besitztümer; und jedesmal, wenn der Tod wirksam war, trat auch eine Auferstehung in etwas Weiteres von Gott ein, indem der Herr kam und neuen Bündnisse schloss, ihm frische Offenbarungen vermittelte. Ich bin El Shaddai! Da waren all diese positiven Dinge, wenn anderes in den Tod einging, bis hin zu jenem letzten großen Triumph der Auferstehung in Isaak. Da war Tod; ja Tod im Blick auf alle Verheißungen, allem Anschein nach Tod im Blick auf alle Hoffnungen. Wenn Isaak ausschied, dann schied auch Gott in seiner Treue, Gott in seinem Wort, Gott in seinem Bund, Gott in seinen Verheißungen ebenfalls aus. Er musste sich einem mächtigen Tod stellen, und im Geist stellte er sich ihm auch, und das Endergebnis war schließlich Auferstehung, eine volle, glorreiche Auferstehung: und was für eine Herrlichkeit für Gott!

Nun, ihr könnt dem Alten Testament viele andere Illustrationen entnehmen und sie dann auf eine geistliche Weise auf das Neue Testament übertragen, und ihr werdet sehen, dass dies genau das ist, was mit Christus geschah. Gott erhielt die volle Quote an Herrlichkeit durch den Tod und die Auferstehung seines Sohnes, und die Erhöhung des Herrn Jesus ist das Zeugnis für die Tatsache, dass der Tod verschlungen und überwältigt worden ist. Dass Christus da war, stellt die Tatsache in Fülle heraus. Dann aber muss das Prinzip auf die Gemeinde übertragen werden, die sein Leib ist, und die Geschichte der Gemeinde ist seit jenem Zeitpunkt nichts anderes gewesen als eine Geschichte aufeinander folgender Tode und Auferstehungen, und jede weitere Auferstehung bedeutete einen frischen Beitrag an die Herrlichkeit Gottes, war ein frischer Ausdruck der Herrlichkeit Gottes; und was auf die Geschichte der Gemeinde zutrifft, trifft auch auf die Geschichte manch eines einzelnen Gliedes der Gemeinde zu, vielleicht auch auf einige von euch. Wir waren «oft in Todesgefahr», nicht auf die Art, wie Paulus es meinte, physisch, zeitweise und natürlich, doch haben wir in unserem eigenen Leben mit Gott kennen gelernt, was es heißt, die Verdunkelung von allem zu erdulden, Finsternis bis zum Tod. Doch das war nicht das Ende. Das Ende war wieder und wieder der Gott der Herrlichkeit, und entlang dieser Linie wird Gottes Herrlichkeit vermittelt, durch Leben, Geistlichkeit und ein Leben, das über den Tod triumphiert. Wir sind genau zu diesem Zweck da. Ich hoffe, das entmutigt euch nicht, vielmehr soll es euch helfen zu erkennen, dass schon unser Hiersein bedeutet, dass wir wieder und wieder mit dem Tod Bekanntschaft machen müssen, um das Leben kennen zu lernen. Doch enden wir nicht beim Tod; wir enden bei der Auferstehung und der Herrlichkeit Gottes. Lasst uns daran festhalten. Obwohl wir viele Todessituationen durchlaufen mögen, so ist das Ende doch immer die Herrlichkeit Gottes. Schließlich wird die Herrlichkeit Gottes in seinem Sohn, in der Gemeinde, in Fülle in Erscheinung treten, wenn der Tod schließlich besiegt, und zwar nicht nur in Christus, sondern in der und durch die Gemeinde.

Doch dies ist etwas für die gegenwärtige Erfahrung. Es ist eine große Wahrheit, über die nachgedacht werden muss, sie zu betrachten ist eine gesegnete Angelegenheit; doch lasst es uns auf den Punkt bringen. Was ich für jetzt als wichtig empfinde, das Verlangen Gottes, was diese Stunde betrifft, ist dies, dass wir diesen Dingen in der Wirklichkeit sehr nahe kommen sollten; dass das, was wir sagen, nicht nur Wahrheit ist, sondern in unserem Falle Wirklichkeit. Wir sind das Haus Gottes, wir sind dieses geistliche Haus, und wir existieren zu genau diesem Zweck, dem Wohlgefallen und der Herrlichkeit Gottes zu dienen, und das geschieht entlang der Linie des Lebens, und dieses Leben ist das Leben, das den Tod überwindet. Und so werden wir, bei jedem frischen Eintreten und jeder frischen Erfahrung von geistlichem Tod, darüber schreiben: Das ist nicht zum Tode, sondern zur Herrlichkeit Gottes! O, möchte er uns doch die Gnade verleihen, genau dies zu tun! Ich weiß, das ist leichter gesagt als getan, aber da ist es. Die Geschichte setzt ihr Siegel darauf, dass dies der Weg ist, auf dem dem Herrn gedient wird in Befriedigung und Herrlichkeit, indem wir genau das Werkzeug sind, in welchem die Kraft seiner Auferstehung manifestiert wird, und dazu sind Erfahrungen des Todes nötig.

Der Dienst des Hauses an den Erwählten

Der dritte Gesichtspunkt dieses geistlichen Hauses ist der, dass es für die Befreiung und das Leben anderer steht, wobei diese andern natürlich Gottes Erwählte sind, diejenigen also, die mit dem ewigen Vorsatz Gottes in Verbindung stehen. Wir sind hier, um dem Herrn darin zu dienen, dass wir der fortgesetzten und entschlossenen Absicht des Feindes entgegentreten, dem Leben in seiner Gemeinde ein Ende zu bereiten, und der Prüfstein für die Wirklichkeit, für die geistliche Wirklichkeit dieses geistlichen Hauses liegt eben in dieser Richtung: Wie weit dienen wir dem Leben des Volkes Gottes um es von den wiederholten Anschlägen des geistlichen Todes zu retten? Das ist der Test. Dem müssen wir möglichst nahe kommen. Es ist alles schön und gut, von diesen Dingen zu reden, aber sie müssen wirklich wahr sein. Es sollte mehr und mehr unmöglich werden, sich bloß in lehrmäßiger Weise mit diesen Dingen zu beschäftigen, wie es an einem bestimmten Ort die Regel ist. Die Lehre mag völlig in Ordnung sein, ganz korrekt, doch wie steht es mit den praktischen Ergebnissen, insofern es uns als Volk Gottes betrifft? Es geht nicht darum, ob wir die richtige Lehre angenommen haben; es geht darum, dass wir dem gemäß funktionieren, was wir sind, ob wir wirklich das tun, das unsere eigentliche Existenz konstituiert. Seht ihr, die Gemeinde, das Volk Gottes, ist nicht eines, und die Wahrheit etwas anderes, wobei die Gemeinde diese Wahrheit einfach akzeptiert. Nein, so ist es nicht. Nein, es geht darum, dass die Gemeinde diese Wahrheit ist bzw. verkörpert, oder aber sie ist überhaupt nichts. Ich sage, ich sei ein Glied des Leibes Christi. Nun denn, ich kann die Haltung einnehmen, dass bestimmte Wahrheiten solche Wahrheiten sind, welche Glieder des Leibes Christi betreffen, und darum akzeptiere ich diese Wahrheiten: ich stimme diesen Wahrheiten zu, und daher glaube ich an diese Wahrheiten, und ich fange an, darüber zu predigen. Das ist das eine. Eine andere Art, die Dinge zu sehen, ist die, dass bestimmte Wahrheiten Wirklichkeiten in Bezug auf Glieder des Leibes Christi sind, und ihr könnt nicht zwischen den Wahrheiten und den Gliedern unterscheiden, und schon nur die Existenz dieser Glieder bedeutet, dass diese Wahrheiten wirksam sind, und wenn diese Wahrheiten nicht wirksam sind, dann habt ihr ernste Gründe, die Realität des Leben in diesem Glied des Leibes Christi in Zweifel zu ziehen. Etwas ist falsch gelaufen; es ist nicht normal, es ist alles ganz falsch. Ich sage damit nicht, dass, wenn diese Wahrheiten nicht voll in uns in Erscheinung treten, dies unsere Beziehung zu Christus als Glieder des seines Leibes annulliert habe, aber ich sage dies, dass, sollte es der Fall sein, dass diese Wahrheiten nicht zum Ausdruck gebracht werden, etwas bei uns als Glieder des Leibes Christi verkehrt ist, und dass wir einen Widerspruch zur wahren Bedeutung unserer Existenz sind. Ihr und ich, wir existieren für das Leben anderer, und wenn andere nicht durch uns Leben empfangen, dann ist etwas in unserer Existenz unvereinbar. Das klingt sehr hart, sehr ernst, doch das muss sowohl euch als auch mir unter die Haut gehen. Ich spreche nie zu euch, ohne sehr stark auch an mich zu denken, und ich habe beim Herrn dieses Verständnis, dass er alle Wahrheiten in meinem eigenen Fall konkret wahr macht, oder mich davor bewahrt, überhaupt davon zu sprechen.

Ich appelliere an euch, meine lieben Freunde, euch diesem Gesetz eurer Existenz zu stellen. Dient ihr dem Volk des Herrn, oder lehnt ihr euch einfach zurück, oder noch schlimmer, geht von euch der Tod aus? Was bedeutet eure Gegenwart für das Volk Gottes? Bedeutet sie Leben? Wenn ja, dann wird das Haus Gottes tatsächlich durch uns repräsentiert. Wenn nicht, wenn sie bloß neutral oder negativ oder dem Leben entgegen ist, dann ist das Haus Gottes zusammengebrochen, wo es um diese Dinge geht. Sie alle nämlich sind eine Angelegenheit von Leben und Geistlichkeit, und es gibt eine schreckliche Sache, wofür wir ernstlich und eifrig beten, dass wir davon befreit werden, und es ist dies, dass wir Wahrheit reden, uns an Wahrheiten halten, Wahrheiten akzeptieren, mit Wahrheiten als bloße Wahrheiten in Verbindung zu stehen, ohne dass das Leben dieser Wahrheiten sich in uns manifestiert. Oft fürchte ich, dass dies eines der großen und betrüblichen Dinge ist, wo eine solche Offenbarung existiert, dass Leute anfangen, die Wahrheiten aufzugreifen, und sie stehen für die Wahrheiten ein, für die «Honor Oak» steht. Möge Gott uns von dieser Art der Rede und von dieser Mentalität befreien. Das ist es überhaupt nicht. Entweder sind wir diese Sache, oder, wie sehr wir damit auch einverstanden sein mögen und darüber reden, oder wir sind sie nicht. Es geht um Leben und Geistlichkeit, und wir müssen sehr viel vor Gott sein, damit alles in unserem Falle echt ist; dass unsere Gegenwart bedeutet, dass Leben vermittelt wird, dass Leben weiter gegeben wird. Wir sind das Vehikel des Lebens für das Volk Gottes, zu seiner Befreiung von den Angriffen des Todes. Es war dies, wofür Paulus die Gläubigen anflehte, dass sie für ihn beten sollten. Oh dieses abwürgende Werk des Feindes in der Angelegenheit, dass dem Volk des Herrn Leben vermittelt wird.

Ein Ausdruck von Christus

Dann das Vierte ist dies, dass die Gemeinde in ihrem gemeinschaftlichen Leben dazu existiert, ein gegenwärtiger Ausdruck des Herrn Jesus zu sein, wo immer zwei oder drei versammelt sind. Ich frage mich, ob wir wirklich begriffen haben, was das Wort in Matthäus 18 eigentlich bedeutet? Da ist jemand, der zum Herrn gehört, der sich an irgend einem Punkt schuldig gemacht hat oder für einen Fehler verantwortlich ist. «Wenn dein Bruder gegen dich sündigt». Die Randlesart sagt, dass eine ganze Anzahl Autoritäten das «gegen dich» auslässt. Dann würde es heißen: «Wenn dein Bruder sündigt, geh hin und zeig ihm seinen Fehler... wenn er auf dich hört, dann hast du deinen Bruder gewonnen. Doch wenn er nicht auf dich hört, nimm zwei oder drei mit dir, damit aus dem Mund von zwei oder drei Zeugen jede Sache festgemacht wird. Und wenn er sich weigert, auch auf diese zu hören, sag es der Gemeinde: und wenn er sich weigert, auch auf die Gemeinde zu hören, dann soll er dir wie ein Heide oder Zöllner gelten. Wahrlich, ich sage euch: Was immer ihr auf Erden binden werdet, wird auch im Himmel gebunden sein; und was ihr auf Erden lösen werdet, wird auch im Himmel gelöst sein... Denn wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich in ihrer Mitte».

Dieses kleine Wort «denn» trägt in sich ein ungeheures Gewicht an Bedeutung. Wenn dein Bruder sündigt, und wenn er nach drei aufeinander folgenden und unterschiedlichen Versuchen, ihn dazu zu bringen, dass er seine Sünde bekennt, sich noch immer weigert, soll man ihn vor die Gemeinde bringen. Nun, wenn er sich auch weigert, auf die Gemeinde zu hören, setzt ihn vor die Tür; dann soll er wie ein Heide oder Zöllner behandelt werden, das heißt, er befindet sich außerhalb der Gemeinde, und indem ihr das tut, tut es der Herr selber. «Denn wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich in ihrer Mitte». Es ist nicht so, dass die Gemeinde als etwas in sich selbst gehandelt hat. Der Herr betrachtet dies so, dass er selbst (durch die Gemeinde) handelt. Er ist da in ihrer Mitte, und so tut es der Herr selbst. Das Urteil der Gemeinde ist das Urteil des Herrn; die Entscheidung der Gemeinde ist die Entscheidung des Herrn, wenn die Gemeinde sich in seinem Namen versammelt.

Nun, wir können nun den besonderen Zusammenhang dieses Sachverhalts verlassen und das Prinzip aufgreifen. Die Gemeinde existiert, um ein gemeinschaftlicher Ausdruck von Christus zu sein, wo immer er repräsentiert wird. Die Gemeinde kann nicht mit weniger als zwei repräsentiert werden, weil die Gemeinde ein Leib ist, und ein einzelner Baustein macht noch keinen Tempel aus. Es ist eine gemeinschaftliche Angelegenheit, und es soll ein Ausdruck von Christus sein in seinem gemeinschaftlichen Leben. Das ist der Zweck der Gemeinde, ein Ausdruck von Christus zu sein. Das kann nicht bloß offiziell, auch nicht bloß formell sein. Es ist nicht so, dass die Gemeinde eine Sitzung abhält, und an ihrer Sitzung benutzt sie eine Agenda und diskutiert bestimmte Vorschläge und kommt dann zu bestimmten Schlussfolgerungen. Nein, es ist etwas viel Tieferes als nur dies.

In erster Linie ist die Gemeinde geistlich, das heißt, die Gemeinde hat sich dem Heiligen Geist unterworfen und hat den Heiligen Geist zu seinem Regiment, zu seiner Leitung, erwählt. Sie hat ihr Vertrauen in den Heiligen Geist gesetzt, um durch viel Gebet den richtigen Kurs einzuschlagen und die richtigen Entscheidungen zu treffen. Sie hat sich vollständig der Regierung des Heiligen Geistes unterworfen, und auf diese Weise ist sie geistlich geworden, so dass sie auf eine geistliche Weise lebendig funktioniert. Nicht um formelle Funktionen geht es, sondern um geistliche und lebendige Funktionen, das heißt, ihre Funktion beruht auf dem Zeugnis des Heiligen Geistes entlang der Linie des Lebens. Fragen werden aufgeworfen, Schwierigkeiten tauchen auf. Wie soll man diesen begegnen? Nun, da macht jemand einen Vorschlag, und die Geistlich fühlen sofort: Oh, das ist Tod, wenn wir dieser Linie folgen! Nein, wir haben keine Freiheit, diese Linie zu verfolgen, das wäre schrecklich! Es wird innerlich registriert. Es ist nicht so, dass wir ein besseres Urteilsvermögen hätten, doch im Innern sagt der Geist des Lebens: Folgt nicht dieser Linie, das wird zu einem Desaster führen! Oder, vielleicht sagt jemand anderes etwas, und die Geistlichen unter ihnen fühlen: Ja, das ist die Art des Herrn! Es wird im Innern registriert; der Geist des Lebens ist im Regiment; und das ist die Basis des gemeinsamen Lebens der Gemeinde, und auf diese Weise wird sie zu einem Ausdruck von Christus, ein Ausdruck des Gedankens Gottes an jenem Ort. Der Herr erweist als Realität entlang und auf der Basis der Linie von Leben und Geistlichkeit. Aber dazu ist ein gemeinschaftliches Leben erforderlich - «auf das Wort von zwei oder drei Zeugen hin». Das ist das gemeinschaftliche Prinzip am Werk, seht ihr. Ich hatte nicht die Absicht, auf so viel Technisches hinsichtlich der Gemeinde einzutreten, aber es geschieht alles, um diese große Wahrheit aufzuzeigen, dass die Gemeinde, das geistliche Haus, dazu existiert, ein Ausdruck von Christus zu sein, wo immer sie durch zwei oder drei auf einer gemeinschaftlichen Basis repräsentiert wird.

Seht ihr, das gemeinschaftliche Leben ist etwas Geistliches und es ist (wahres) Leben. Es ist eine Angelegenheit des Lebens. Unsere Vereinigung mit, unsere Beziehung zu, Christus beruht auf dem Prinzip des Lebens. «Zu ihm kommend als zu dem lebendigen Stein, werdet auch ihr als lebendige Steine zu einem geistlichen Haus aufgebaut». Wiederum sagt ich, dass Gott mit uns nicht wie mit einzelnen Backsteinen verfährt: Gott handelt an uns wie an lebendigen Steinen. Das bedeutet, dass er uns als solche behandelt, die ein gemeinsames Leben mit dem Herrn Jesus haben, und unsere Beziehung zum lebendigen Stein ist die Beziehung eines einzigen Lebens. Es ist eine geistliche Beziehung, und es ist dieses Leben, das den gemeinschaftlichen Ausdruck hervorbringt. Es besteht ein gewaltiger Unterschied zwischen zwischen diesem gemeinschaftlichen Ausdruck auf der Basis von Leben, und einer Gesellschaft, einem Club, einer Institution. Ihr könnt einem Club beitreten, ihr könnt zu einer Gesellschaft stoßen, und ihr könnt mit vielem im Blick auf Überzeugung und Vorgehen einverstanden sein, und doch seid ihr nicht durch ein gemeinschaftliches Leben mit einander verbunden. Doch die Gemeinde ist gerade dieses Letztere. Ein Leben in allen Gliedern verbindet alle Glieder mit dem Haupt, und so bringt sie durch dieses Leben Christus zum Ausdruck, wo immer sie ist. Sie verkündet nicht bloß Dinge über Christus. Sie führt Christus selbst ein und sagt, dass hier, wenn auch nur durch zwei oder drei oder ein paar mehr, Christus persönlich auftritt. Es ist nicht bloß ein geäußerter Anspruch. Seht ihr, die römische Kirche erhebt diesen Anspruch, genau diesen Anspruch, dass wo diese Kirche ist, auch Christus ist. Oh ja, aber da gibt es einen Unterschied. Es ist nicht bloß ein Anspruch, sondern eine konkrete Tatsache, dass da, wo diese geistlichen und lebendigen Steine sind, in Wahrheit der Herr selber ist, und die Leute wissen es, und es geschieht das, wovon der Apostel schrieb. Wenn jemand von draußen herein kommt und die Dinge sind so, wie sie sein sollten, wenn die Menschen solcherart sind, dann kommt der Auswärtige herein, fällt nieder und sagt: «Gott ist tatsächlich unter euch!». Ah, das ist es, was wir möchten! Ob die Leute buchstäblich niederfallen oder nicht, darum geht es nicht. Der Punkt ist der, dass sie innerlich niederfallen; dass Vorurteile, Verdächtigungen, Ängste, Vorbehalte abfallen. Ein einziges überragt alles andere bei ihnen und bringt alles andere zum Niederfallen. Ich komme nicht davon los, der Herr ist da! Wenn wir nur dieser Wirklichkeit und allem, was sie bedeutet, Raum geben würden, dann wäre das viel besser für uns. Aber das ist die große Sache, um die es geht, nämlich, den Herrn persönlich einzuführen. Die Gemeinde ist dazu da, an jedem Ort den Herrn persönlich einzuführen, auch dort, wo er nur durch zwei oder drei repräsentiert wird. Möchte dies doch in unserem Fall alles zutreffen. Ich bin sicher, unsere Herzen reagieren darauf. Also, lasst uns damit zum Herrn gehen, damit, soweit es uns einzeln als lebendige Steine betrifft, es in unserem Fall so sein möge; dass wir solche sind, die Leben mitteilen, eine Repräsentation von Christus, dass wir Gott Ehre einbringen, dass wir die Erhöhung seines Sohnes heraus stellen.


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Übersetzt von
Manfred Haller
 

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