Die heilige Stadt - das Neue Jerusalem
von T. Austin-Sparks

Kapitel 3 - In die Stadt kommen

Bis jetzt haben wir uns auf dem Weg zur Stadt befunden. Nun kommen wir an, so möchte ich, dass ihr eure Bibeln öffnet, und zwar beim 21. Kapitel der Offenbarung:

«Und ich, Johannes, sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabsteigen, zubereitet wie eine für ihren Mann geschmückte Braut» (V. 2).

«Und er brachte mich im Geist auf einen großen und hohen Berg und zeigte mir die große Stadt, das heilige Jerusalem, die von Gott aus dem Himmel herabkam, welche die Herrlichkeit Gottes hat. Und ihr Lichtglanz gleicht dem köstlichsten Edelstein, wie ein kristallheller Jaspis» (V. 10.11).

Während wir diese Stadt Gottes betrachtet haben, sind wir auf unserem Weg den Symbolismus durchbrochen und sind zur geistlichen Realität gelangt, und ich hoffe, dass uns jetzt gelungen ist, zu realisieren, dass wir nicht irgend eine SACHE oder irgend einen ORT betrachten, sondern dass dies bloß eine symbolische Repräsentation von Jesus Christus und seiner Gemeinde ist. In dieser Präsentation am Ende der Bibel sehen wir, worauf Gott hinarbeitet: Er will die Fülle seines Sohnes zu einer abschließenden Manifestation in die Gemeinde hinein bringen. Das ist die Erklärung des Christenlebens, und es gibt keine andere. Es beginnt mit Christus, es geht weiter mit der Zunahme von Christus, und es endet mit der Fülle Christi.

Nun hoffe ich, dass wir uns dessen ganz im Klaren sind. Unser Sinn muss sich bekehren, und diese Bekehrung muss von einer Einbildung hin zur Realität geschehen, vom Symbolismus hin zur geistlichen Bedeutung. Wisst ihr, in der Welt, wo alles so praktisch ist, ist DIESE Bekehrung eine sehr große Sache! So denken wir nicht über eine bestimmte Zeit, einen Ort, eine Sache, neues Jerusalem genannt, nach, sondern über den Herrn Jesus, wie er mehr und mehr in der Gemeinde zur Fülle kommt, bis jener Tag der Fülle und Herrlichkeit kommt, wo das, was gewirkt worden ist, im ganzen Universum manifestiert werden wird.

So kommen wir nun direkt bei der Stadt an. Das heißt, lasst es mich wiederholen, zu Jesus Christus und seiner Gemeinde, wie sie hier in der Gestalt des neuen Jerusalems repräsentiert werden.

Es sind vier Worte, die wir eben gelesen haben, auf die wir unseren Finger legen wollen:

«Er brachte mich im Geist weg». Zuerst also: «IM GEIST».
«Das neue Jerusalem...», und das Wort ist «NEU».
«AUS DEM HIMMEL» ist das dritte.
Und das vierte: «WELCHE DIE HERRLICHKEIT GOTTES HAT».

Ich hoffe, ihr habt diese vier Dinge mitbekommen. Ich werde mit dem letzten beginnen.


Welche die Herrlichkeit Gottes hat

Was ist die Herrlichkeit Gottes? Wir wissen aus den andern Schriften von Johannes sehr gut, dass die Herrlichkeit gottes in seinem Sohn, Jesus Christus, war, und wir wissen ebenfalls, besonders vom Apostel Paulus, dass die Gemeinde das Gefäß dieser Herrlichkeit werden wird: «Ihr sei die Herrlichkeit in der Gemeinde und in Christus Jesus auf alle Geschlechter der Ewigkeit der Ewigkeiten» (Eph. 3,21). Doch das sind Wahrheitsaussagen. Sie definieren und erklären nichts, auch sagen sie uns nicht, was die Herrlichkeit Gottes ist, und es ist so wichtig für uns, zu verstehen, was sie ist.

Wir wollen uns daran erinnern, dass es dieses Wort «Herrlichkeit» ist, das alles beherrscht, was Gott betrifft. Das eine, das Gott von der Schöpfung an im Auge hatte, und auch durch das ganze Alte Testament hindurch, war seine eigene Herrlichkeit. Wenn wir unser Neues Testament öffnen und Gottes Sohn in dieser Welt gegenwärtig finden, hören wir den Apostel sagen: «Und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des Eingeborenen vom Vater» (Joh. 1,14). Wieder fragen wir: Was ist die Herrlichkeit Gottes?

Die Herrlichkeit Gottes ist die absolute Befriedigung der göttlichen Natur, wenn Gott imstande ist, zu sagen, wirklich aus seiner ganzen Natur und aus allem, was er ist: «Das gefällt mir sehr. Das befriedigt vollkommen meine Natur». Wenn wir, ihr und ich, uns in der Gegenwart dieser göttlichen Befriedigung befinden würden, würden wir eine ungeheure Freude empfinden, und wir könnten nur noch ausrufen: «O, das ist Herrlichkeit!»

Lasst uns das noch von der gegensätzlichen Seite betrachten. Was ist es, das unserem Leben und unserem Herzen der Herrlichkeit raubt? Was ist es, das uns von jenem großen Tag singen lässt, «wenn das für mich Herrlichkeit sein wird»? Was ist es, das uns nach der Herrlichkeit Sehnsucht haben lässt? Ich kann es euch sehr einfach sagen. Die Herrlichkeit in unseren Herzen und unserem Leben ist begrenzt, weil wir uns dessen bewusst sind, wie unähnlich wir dem Herrn sind. O, wie verschieden ist unsere Natur von derjenigen Gottes! Das bekümmert uns jeden Tag und verbirgt die Herrlichkeit in unseren Herzen. Wir leben so wenig in der Befriedigung Gottes und so viel in unserer Unzufriedenheit. Wir haben die große Wahrheit unserer Rechtfertigung in Christus Jesus noch nicht so recht begriffen, und wir haben noch nicht verstanden, dass Gott in dem, was er an uns tut, uns von dem, was wir sind, zu dem verändern möchte, was er ist.

Ich will mich für eine Minute oder zwei sehr einfach ausdrücken. Wenn ihr zum ersten Mal zum Herrn Jesus kommt, habt ihr ein wunderbares Gefühl der Herrlichkeit. Ihr versteht noch nicht die ganze Lehre über das Kommen zum Herrn Jesus, aber ihr kommt ganz einfach und übergebt euch ihm, ihr nehmt ihn als euren Herrn an, und fast unmittelbar geschieht etwas. Eine große Last rollt von eurem Herzen weg. Eine große Wolke wird von eurem Leben entfernt, und ihr müsst sagen: «O, das ist wunderbar! Das ist Herrlichkeit!» Was ist das? Weil da einer ist, der eine ganze Menge mehr als ihr von dem weiß, was es bedeutet. Der Heilige Geist ist gekommen, um jeden von uns zu dieser endgültigen Herrlichkeit zu führen, und das ist der Anfang. Er sagt: «Ich habe ihn - oder sie - auf den Weg zur Herrlichkeit bekommen», und so stellt er Herrlichkeit in unseren Herzen fest. Die ganze Bedeutung der Rechtfertigung durch den Glauben - das heißt, dass wir in Christus gerecht gemacht wurden - liegt in diesem ersten Schritt, und so sagt Gott, der Heilige Geist, am Anfang: «Ich habe Wohlgefallen». Das Herz und die Natur Gottes sind befriedigt, und ohne eine Menge von Belehrung wisst ihr es ganz einfach.

Herrlichkeit ist ganz einfach dieses wunderbare Gefühl, oder diese Empfindung, dass Gott Wohlgefallen hat. Der Weg des Kindes Gottes sollte der Weg der Herrlichkeit sein. Der Heilige Geist hat Besitz ergriffen.


Im Geist

Der Heilige Geist hat die Verantwortung übernommen. Nun, nachdem ihr den ersten Schritt getan und etwas von der Herrlichkeit geschmeckt habt, werdet ihr in eine Situation kommen, oder einer Versuchung ausgesetzt sein, wo die ganze Frage der Herrlichkeit involviert ist. Da gibt es etwas in eurem Leben, auf das der Heilige Geist seinen Finger legt und im Grunde sagt: «Das gehört zur Welt, die du doch hinter dir gelassen hast, also musst du auch das hinter dir lassen. Nun, wie steht es damit? Wirst du daran festhalten, oder wirst du es fahren lassen?» Die Fortsetzung der Herrlichkeit hängt von eurer Entscheidung ab. Wenn ihr daran festhaltet und die Sache nicht los lasst, wird die Herrlichkeit der göttlichen Befriedigung umwölkt sein. Eine Wolke wir sich auf euer Herz senken, und Leute, die euch gesehen haben, als ihr frisch zum Herrn kamt, werden sagen: «Etwas ist geschehen. Das Licht ist aus seinem - oder ihrem - Gesicht verschwunden». Und dann werdet ihr einen großen Kampf ausfechten, und wenn ihr ihn übersteht und dem Herrn erlaubt, seinen Weg voll durchzuziehen, dann wird etwas von der alten Herrlichkeit zurückkehren und ihr werdet das Gefühl haben: «O, die Last ist weggerollt».

Diejenigen unter uns, die durch all die Jahre mit dem Herrn weiter gegangen sind, haben viele Kämpfe durchlebt. Wir mussten zu einer neuen Position bezüglich des Willens Gottes gelangen, und solange die Sache nicht erledigt war, hatte es den Anschein, als würde die Herrlichkeit sich erheben und auf etwas zu warten; doch wenn wir diesen Punkt durchgekämpft haben und mit dem Herrn klar gekommen sind, ist die Herrlichkeit zurückgekehrt. Vielleicht werden am Ende die größten Kämpfe stattfinden - dieses Buch der Offenbarung sagt es - doch dann, durch den letzten und größten aller Kämpfe, kommen wir direkt hindurch in die ewige Herrlichkeit: das heißt, wir kommen zu dem Ort, wo Gottes Natur vollständig befriedigt ist mit seinem Werk in uns.

Versteht ihr jetzt, was Herrlichkeit bedeutet? Herrlichkeit ist ein wunderbarer Einfluss Gottes in unserem Leben. Wir werden durch all unsere Betrachtungen hindurch sehen, was es heißt, «die Herrlichkeit Gottes zu haben». Was für ein Einfluss ist das doch, wenn die Herrlichkeit Gottes in unseren Herzen ist.

Da seht ihr ein kleines Kind, das absolut mit allem zufrieden ist und sich an allem freut. Möchtet ihr nicht auch da sein, wo diese kleine Kind ist? Das übt doch einen wunderbaren Einfluss auf euch aus! Oder betrachtet es von der andern Seite - ein kleines Kind, das mit allem unzufrieden ist. Was für einen elenden Effekt hat das doch auf euch! Ich hörte von einem solchen kleinen Kind. Es war Zeit, zu Bett zu gehen, und die Mutter sagte: «Kind, es ist Zeit fürs Bett. Leg deine Puppen weg». Doch das kleine Kind antwortete: «Ich will meine Puppen nicht weglegen». Die Mutter sah, dass sie beim Kind nichts ausrichtete, so sagte sie: «Nun denn, möchtest du noch ein bisschen mit deinen Puppen spielen?» «Nein, ich will nicht länger mit meinen Puppen spielen!» Die arme Mutter wusste nicht, was sie noch sagen sollte. Schließlich antwortete sie: «Also, Schatz, dann tust du halt, was du tun möchtest». Aber das kleine Kinde sagte: «Nein, ich will nicht tun, was ich tun möchte». Arme Mutter! Was für eine elende Zeit war das für sie! Darin liegt keine Herrlichkeit. Doch wenn Gottes Natur voll befriedigt wird und wir mit dieser Natur übereinstimmen, dann ist Herrlichkeit in unseren Herzen. Könnt ihr sehen, dass der Heilige Geist versucht, das in uns hervorzubringen, was das Herz Gottes befriedigt?

Vielleicht ist das eine harte Schule. Es bedeutet viel Disziplin und manche Prüfung unserer Liebe zum Herrn. Es ruft ständig nach der Frage, ob wir wirklich möchten, dass der Herr Wohlgefallen an uns hat, doch dieses Leben ist derer, die Söhne Gottes sein sollen, die in seiner Herrlichkeit wohnen.

So seht ihr, wie zwei Dinge verbunden werden: «Im Geist ... welche die Herrlichkeit Gottes hat». Sobald ihr aus der Geist heraus seid, seid ihr auch aus der Herrlichkeit heraus, weil einer der Namen des Heiligen Geistes, wie ihr wisst, «Geist der Herrlichkeit ist». Das bedeutet, dass der ganze Vorsatz und das Werk des Heiligen Geistes darin besteht, uns zur Herrlichkeit, zur Befriedigung Gottes, zu bringen.

Neu

Nun bleiben uns noch zwei andere Worte übrig. «Im Geist sah ich das NEUE Jerusalem». Das ist nur eine symbolische Art, zu sagen, dass ihr unter der Herrschaft des Heiligen Geistes sein müsst, wenn ihr Gottes neue Dinge sehen wollt. Eines der charakteristischen Worte des Neuen Testamentes ist dieses Wort «Neu»: «In Christus Jesus gibt es eine NEUE Schöpfung ... In Christus Jesus gibt es einen NEUEN Menschen... in Christus Jesus gibt es ein NEUES Leben... in Christus Jesus gibt es eine NEUE Lebensweise», und so hebt dieses Wort aus eurem Neuen Testament heraus, bis ihr ans Ende kommt, und dann heißt es: «Ein NEUER Himmel und eine NEUE Erde (Offenb. 21,1), und dann «das NEUE Jerusalem». Das Wort «neu» hat keinerlei Bedeutung, wenn es nicht etwas Altes gibt. Es ist ein Vergleich und ein Gegensatz. Es gab ein altes Jerusalem, aber das ist verschwunden. Es wurde unter Gericht beseitigt, und wenn etwas altes beiseite gelegt wird, wird etwas Neues eingeführt. Wir müssen die Bedeutung der Stadt Jerusalem noch kennen lernen, doch für den Augenblick befassen wir uns nur mit dem Wort «neu». Es ist etwas vollständig Frisches, und es ist etwas damit verbunden, das auf nichts, was vorher war, zutrifft.

Wenn ihr die Geschichte des alten Jerusalem betrachtet, was für eine traurige und tragische Geschichte ist das doch! Und es ist eine tragische Geschichte wegen seiner Sünde. Sie hatte ihre Tage in Herrlichkeit, aber es gab wenige davon. Sehr bald wich die Herrlichkeit, und die Tragödie wird im ganzen Alten Testament beschrieben. Die letzten Worte in Bezug auf dieses Jerusalem wurden vom Herrn Jesus ausgesprochen: «O Jerusalem, Jerusalem...., wie oft wollte ich deine Küken versammeln, wie eine Henne ihre Küken unter ihre Flügel einsammelt, aber ihr habt nicht gewollt! Seht, euer Haus wird euch wüst gelassen werden!» (Mt. 23,37.38). Und zweitausend Jahre haben uns die Geschichte dieser Verwüstung erzählt.

Dieses NEUE Volk, das Gott ins Dasein bringen möchte, ist das genaue Gegenteil vom alten Jerusalem. Es ist etwas, das zu seiner «EWIGEN Herrlichkeit» berufen ist (1. Petr. 5,10). Es ist etwas, das nicht mit einer Tragödie, sondern in Herrlichkeit enden wird; etwas, das alle Mächte des Bösen nicht überwältigen werden, wie sie dies beim alten Jerusalem fertig brachten. Es ist ein NEUES Jerusalem.

Nun muss ich noch sehr kurz dieses andere berühren, wovon wir später in dieser Woche noch mehr sagen werden.

Aus dem Himmel

Wenn ihr natürlich nur eure Vorstellungskraft einsetzt, wisst ihr nicht, was das bedeutet. Ihr fangt an, an ein großes Objekt, Stadt genannt, zu denken, die aus dem Himmel herabsteigt. Liebe Freunde, wir werden nicht mehr viel weiter kommen, bevor wir erkennen, dass das absolut unmöglich ist. Ihr lasst das einfach einmal so stehen, während ich versuche, es euch zu erklären. Doch ich werde euch mehr als einmal an das erinnern, was ich über die Unmöglichkeit gesagt habe, dass es sich um eine buchstäbliche Stadt handeln könne.

Wenn sie aus dem Himmel herab kommen soll, dann muss sie schon dort gewesen sein, bevor sie herunter kommen kann. Was bedeutet das? Der Apostel Paulus sagt uns, die Gemeinde sei jetzt mit Christus in die himmlischen Regionen versetzt worden (Eph. 2,6), doch da könnten wir einwenden: «Wir sind nicht im Himmel; wir sind sehr stark auf dieser Erde. Alles hier unten ist viel Realer als die Dinge im Himmel». Seid ihr euch da wirklich sicher, dass ihr recht habt? Stimmt das wirklich? Was ist das Allererste, das in euer Bewusstsein tritt, wenn ihr wiedergeboren werdet? Es ist dies: «Ich gehöre nicht mehr dieser Welt an. Etwas ist mit mir geschehen, das mich von ihr getrennt hat. Die Dinge in dieser Welt sind jetzt anders, und das, was früher einmal mein Leben war, ist nicht mehr mein Leben. Die Dinge, nach denen ich einst trachtete, will ich jetzt nicht mehr. Die Leute, die einmal meine wahren Freunde waren, sind nicht mehr meine wahren Freunde. Meine wahren Freunde sind nun das Volk Gottes, und meine wahre Familie ist die Familie Gottes. Was ist mit mir passiert? Sie sagen, ich sei «wiedergeboren», doch wenn sie das sagen, sagen sie es nicht richtig. Was die Bibel sagt, lautet «von oben geboren».

Ihr wisst, wenn ihr an einem bestimmten Ort geboren worden seid und eure Kindheit verbracht habt, dann besteht ein eigenartiges Band zwischen euch und jenem Ort in eurem Leben. Nun, ich habe viel von meiner Kindheit und meiner Schulzeit an einem bestimmten Ort verbracht, und irgendwie, all die Jahre hindurch, wollte ich immer wieder von Zeit zu Zeit an diesen Ort zurückkehren, und ich bin auch zurückgekehrt. Doch, wie hat sich alles verändert! All die alten Freunde sind nicht mehr da, all die alten Schauplätze haben sich verändert, und ich glaube nicht, dass sie sich zum Besseren verändert haben. Manchmal, wenn ich jenen Ort wieder verlassen habe, habe ich gesagt: «Ich werde nie mehr dahin zurückkehren!», doch wartet‘s nur ab, nach ein, zwei Jahren war ich wieder dort. Ich kann für immer fernbleiben. Irgend etwas in mir zieht mich dorthin. Seht ihr, was ich meine? Wenn wir wirklich von oben geboren worden sind, wird stets ein Zug weg von da unten in uns sein. Wir mögen einige schlechte Zeiten durchleben, und vielleicht sind wir versucht, alles aufzugeben, doch irgendwo fahren wir dennoch fort.

«Ich war im Geist ... und ich sah das neue Jerusalem aus dem Himmel herabkommen». Das machtvollste Werk des Heiligen Geistes in einem Menschenleben besteht darin, diesem Leben bewusst zu machen, dass es zum Himmel und nicht zu dieser Welt gehört.

Ich nehme an, die meisten von uns wissen, was damit gemeint ist. Paulus sagt: «Unser Bürgertum ist im Himmel» (Phil. 3,20), und der Psalmist sagt: «Dieser und der ist geboren in IHR» (Ps. 87,4). Wir gehören nicht zu dieser Welt, und wir sollten das wissen. Wenn wir uns niederlassen und uns mit dieser Welt zufrieden geben können, dann wissen wir nichts über das Werk des Heiligen Geistes. Er ist der Geist, der vom Himmel gesandt wurde, um uns mit dem Himmel zu verbinden.

Nun, das ist es, was es bedeutet, beim neuen Jerusalem anzukommen. Es ist nicht bloß eine abstrakte Idee, noch eine symbolische Vorstellung, sondern eine machtvolle Realität im Leben. Wir gehen nicht zu dieser Stadt: Wir SIND diese Stadt.


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Übersetzt von
Manfred Haller
 

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